Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 191)
- Language
- German
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186 treffliche Abhandlung: Der Kaiserschnitt, ein Beitrag zur Geschichte der talmudischen Medizin und des talmudischen Strafrechtes (Ben Chananja Zeitschrift für jüd. Theologie IX. Jhrg. No. 38 ff.) A. B. 16. M. Friedmann: Die Ebräer ursprünglich ein ackerbautreibender Stamm. (Wien 1877. Verlag von M. Waizner. 17 S.) Aus einzelnen Stellen der Bibel sucht der Verfasser den Beweis zu führen, dass die Hebräer entgegen der üblichen Anschauung nicht ursprünglieh ein nomadisirendes, sondern ein ackerbauendes Volk gewesen sein sollen. Der ganze Ton der Beweisführung berührt durch die in derselben herrsehende Selbstgefälligkeit unangenehm und ist zudem das ganze Thema nicht mit der entsprechenden umfassenden Vielseitigkeit behandelt, die gerade eine neue von dem lieblichen sich lossagende Auffassung so nöthig hat. Woher lässt sich begründen, dass Mose gegenüber dem älteren Bruder Aaron sich hervorgethan (S. 7), etwa in der Art wie Jizchak gegen Ismael, Jakob vorEsau? Ist nicht vielmehr Mose durch die Verhältnisse seiner Erziehung und seiner Geschicke insofern, als sich die ebräische, die ägyptische und die midjanitische Weltanschauung in seinem Geiste kreuzten, zu so Grossem vor seinem Bruder ausersehen worden? Möchte doch Herr Friedmann sich von der an ihm gewohnten Akribie bei Forschungen auf dem Gebiete der Traditionsliteratur auch bei seinen Studien über biblische Alterthumskunde leiten lassen und er wird gewiss, unterstützt durch seinen kritischen Geist, auch da manches Werthvolle zu Tage fördern. A. B. 17. Emil Weller: De tribus impostoribus Anno MD1IC. Heilbronn 1876. Gebr. Henninger IX und 10-39 S. Es ist kein grosser Verlust, dass der Name des Verfassers unbekannt und dass über denselben die seltsamsten Vermutungen aufgestellt werden. Interessanter wäre die Schrift freilich, wenn sie nicht nur über Mose sondern auch über Christus und Mohamed vorhanden wäre. Der Editor hat ihr durch eine lehrreiche bibliographische’ Einleitung einigen Werth verliehen. A. B. 18. Dr. M. Joel: Meine in Veranlassung eines Prozesses abgegebenen Gutachten über den Talmud in erweiterter Form herausgegeben (Breslau. Schlettersche Buchhandlung. 33 Seiten). Schriften wie der Kohling’sche Talmudjude richten sich durch ihren Inhalt von selbst und werden in der wissenschaftlichen Welt auch nicht im mindesten dazu beitragen, das Urteil über den Talmud auf irgend einer Art zu beeinflussen. Sie enthalten ein Gemenge von Thorheit und Lüge und können höchstens darauf berechnet sein, Unwissende irre zu leiten. Sie liefern nur