Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 189)
- Language
- German
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184 auf die vom Verfasser vorgeschlagene Fassung von Hos. 7, 6 hingewiesen 1 בי קרבם בתנור לבם בער בם כל הלילה יעשן אפים בקר הוא בוער באש להבה . Mir scheint hier לבם überflüssig und nur durch בם hierhergeraten zu sein. Für אפהם würde nach der Peschito und dem Targum אפם den richtigen Sinn geben. A. B. 12. A. Wysard: Ein Gang durch’s alte Testament mit besonderer Berücksichtigung der Poesie und Prophetie für höhere Lehr- Anstalten (Zürich, Caesar Schmidt 1877. 271 S.) Wie der Verfasser selbst zugesteht, sind Theile dieses Buches oft wörtlieh den Studien neuerer Bibelforscher entnommen, und hat ihm besonders Ed. Langhaus ״Handbuch der bibl. Geschichte und Literatur“ zu Gevatter gestanden. Müssen wir also schon von Vorneherein eine gewisse Nachsicht mit dem Unselbständigen üben, so ist es Pflicht, den Verf. gerade wegen dieses Umstandes für den Fall einer zweiten Auflage an mehr Vorsicht im Niederschreiben von Urteilen zu gemahnen. Was soll es heissen, wenn S. 262 über den ״Prediger“ geschrieben wird: es ״ist ein Werk des reflectirenden Ver- Standes, in dem sich eine freudenarme, ziellose und zerrissene Zeit abspiegelt, eine Kunstdichtung ohne Idealität, poetischen Schwung und religiöse Begeisterung“? Es scheint als hätte der Verf. dieses Urteil aus zwei gelesenen verschiedenen Urteilen, die sich widersprechen, zusammengefasst. Wer wird bei Kohelet, dieser Eklektik der Philosophie, überhaupt poetischen Schwung oder gar religiöse Begeisterung suchen? Ist es doch das Eigenartige dieses Buches, dass sein Verfasser nur dem Zuge der kalten Vernunft folgt. Ebenso unbegreiflich ist es, wie der Verfasser S. 268 vom Buche Esther schreibt, sein poetischer Werth stehe äusserst tief, da doch grade die Schürzung und Lösung des dramatischen Knotens in diesem Buche noch heute manchen Dichter zur Nachschöpfung herausfordert. ״Unbefangene Verächter“ des alten Testamentes können durch falsche befangene Auffassungen nicht gewonnen werden, so z. B. vergl. S. 269 zu Ende. Der Verfasser könnte sich gerade dadurch trotz seiner Abhängigkeit von anderen Forschern eine gewisse Selbständigkeit wahren, wenn er sich von einer angehörten oder angelesenen Typik losreissen würde, die der freien Forschung hinderlich im Wege steht. Die poetischen Stücke der heiligen Schrift sind oft gut übertragen. Die Ausstattung das Buches ist eine schöne und zweckentsprechende. A. B. 13. Elias Soloweyczyk: Die Bibel, der Talmud und das Evangelium, aus dem Französischen ins Deutsche übertragen von Prof. Moritz Grünwald (in Commission bei F. A. Brockhaus 351 S.). Ein starkes Buch ohne neue wissenschaftliche Resultate, das noch zudem auf jeder Seite eine gewisse Tendenz des Verfassers verräth, die, wenn an sich tfelieieht noch so harmlos und unschädlich* der strengen wissenschaftlichen Zucht