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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 185

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 185)
Language
German
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180 mit der Halacha, wenn er 4, 19 von dem Purpurfaden (לשון של ודורית M. Joma 4,2), der dem in die Wüste zu sendenden Bock um den Kopf gewunden wird spricht (yjxl TteQt&eVve xo zqlov xo köxmvov 7C£ql xrjv xecpcdrjv avxov 4,19). Die Meinung des Verf. (S. 122) dass Barnabas die symbolischen Auslegungen, die Exod. 17, 11 u. Num. 21, 9 schon frühzeitig gefunden haben, bereits vor sich hatte, dürfte kaum anzunehmen sein. Die Aufnahme derselben in die Mischna und die Art, wie sie gegeben werden, weist darauf hin, dass man die buchstäbliche Auffassung jener Schriftstellen geradezu ausschliessen wollte. Das sollte aber offenbar nur den Zweck haben, der christlichen Auslegung, die in der an das Holz gehefteten Schlange und in den ausgebreiteten Händen Mosis die Kreuzesform vorgebildet fand, den Boden zu entziehen. Darin hat auch Frankel (Monatsschr. 1855 S. 242) die Tendenz jener Deutungen erblickt, indem er ihnen die Erklärungen, die die angeführten Schriftstellen bei Justin und Tertullian gefunden, gegenüb erstellt. Den Nachweis, dass die Deutung der Zahl (Gen. 14, 14) ihr Seitenstück in der Hagada habe (119—121) liest man in Kürze auch bei Siegfried (Psilo von Alexandria S. 330). Für die Behauptung, dass das Kind erst mit Honig und dann mit pilch genährt werde, bietet die von Zunz (z. Gesch. u. L. S. 168) beschriebene Feierlichkeit keine Analogie. Barnabas kann, wenn diese Angabe auf eine jüdische Quelle zurückzuführen ist, dabei an Jes. 7, 15 gedacht haben. Eher aber lässt es sich annehmen, dass es in heidnischen Kreisen Sitte war, den neugeborenen Kindern Honig zu reichen, soll ja die erste Nahrung, die der kretische Zeus erhielt, Honig gewesen sein (Virgil Georg. 4, 141)! Von den drei in der vierten Abhandlung ״R. Josua b. Chananja und das Christenthum (S. 134—144) beleuchteten Controversen, in denen diese Mischnalehre gegen christliche Anschauungen polemisirt, muss die zweite (Taanit 7 a), eine gar zu gewaltsame Umdeutung erfahren, wenn man in ihr den Sinn finden soll, den der Verf. ihr unterlegt. Aus Berach. 28 a ersieht man, dass R. Josua’s äussere Erscheinung gar wol Anlass zu dem Gespräche geben konnte, das er mit der Kaiserstochter führt. Völlig grundlos ist die Annahme, dass mit dem Lobe אשרי יולדתו R. Josua b. Chananja ״Mutterwitz“ zugeschrieben wurde. In Chag. 14b wird R. Josua mit diesen Worten gepriesen, weil er in die theosophischen Geheimnisse tief eingedrungen war. Unter den hagadischen Aussprüchen dieses Mischnalehrers dürfte sich übrigens noch manche Aeusserung herausfinden lassen, die ursprünglich dazu bestimmt war, christologische Auslegungen von Bibelstellen zurückzuweisen*). *) In der vielfach ventilirten Frage, warum Gott Mosen sich in einem Dornbüsche offenbart habe (Mechilta-Fragment in Ed. Friedm. 119b. Pesikta Ed. Buber 2 b u. Parallelst.) spricht R. Josua seine Meinung dahin aus, dass schon Gott vordem in Israel gegenwärtig war. Die

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