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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 183

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 183)
Language
German
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8ד1 zu verweisen gewesen, wo R.Jochnan erklärt: Yon dem Tage, an welchem das Heiligtum zerstört wurde, an ist den Propheten die Weissagungsgabe genommen und den Narren und Kindern verliehen worden. Der Verf. führt S. 24. 25 an, dass, wie bekannt (s. auch Jalirb. I S. 144 ff.) Isis mit Eva identificirt wurde, weist nach (S. 23—26), dass die Vorstellung von den vier Todtengenien. die sich an das Sterbebett stellen, auch in einer jüdischen Legende Ausdruck gefunden und geht dann zur Darstellung der auf Josef übertragenen Osiris-Sage über (S. 26—40). Hier wird im Wesentlichen nichts Neues vorgebracht. Bereits im J. 1700 wusste man, dass die Hagada’s über die Aufsuchung des Grabes Josefs nur einen ägyptischen Osiris-Mythus wiedergeben (vgl. übrigens Jahrb. I. S. 145, 150. 151). Die kühne Behauptung, dass der Ausruf ואל תתמה regelmässig bei der Judaisirung heidnischer Sagen in Anwendung komme, wird hinfällig, wenn man Stellen, wie Meisilta Pascha c. 14 (Ed. Friedmann) u. a. vergleicht. Beachtenswert ist die S. 57 gegebene Erklärung des Namens Osarsyph. Durch eine solide und gründliche Beweisführung macht es der Verfasser (S. 41—49) klar, dass der Abraham, dem die Hagada eine Amalthea zur Mutter giebt (bab. bat. 91), nur eine Metamorphose des phönicischen Herakles sei und ebenso Haman daselbst nur denselben in der Bezeichnung Baal-Chaman darstelle. Auch Zipser hat (Ben Chananja 6 S. 709 ff.) den Mythus von der Amalthea, die dem kretischen Zeus die Kindernahrung gab, zur Vergleichung herangezogen und auf jüdische und arabische Legenden (vgl. ס' הישר Ed. Prag 12 b und die bei Beer Leben Abrahams S. 102 Anm. 21 angeführten Stellen) hingewiesen, in denen Abraham für den kretischen Zeus substituirt wurde, doch hat er diesen wiederum mit Jupiter vermengt und auf diese Weise den Weg verloren, auf dem er das Richtige finden konnte. Nach seiner Ansicht wurde Abraham, der Ab־Hamon (Gen. 17, 4) mit dem Jupiter-Ammon verwechselt. So wenig man derselben beistimmen kann, so muss man doch anerkennen, dass die Begründung derselben auch Klarheit darüber giebt, auf welche Weise man Abraham mit Herakles identificiren konnte. Er schien nämlich Ab-Hamon dieselbe Persönlichkeit darzustellen , die in der phönicisehen Mythologie den Namen Baal-Chaman hat. Die Vermuthung des Verfassers, dass Abraham und Haman in dieser mystisch-hagadischen Notiz ursprünglich dieselben waren und erst, als das Verständniss derselben verloren gieng, differenzirt wurden*), wird dadurch zur Gewissheit erhoben. Wurde *) In späterer Zeit scheint man, um die Unterscheidung beider völlig durchzuführen, Abraham’s Mutter einen anderen Namen gegeben zu haben. In einer Keroba Mose b. Binjamins (bei Zunz Literaturgesch. d. synag. Poesie S. 456) heisst sie nämlich עתריי. Wenn dies Wort Adrastea, die Tochter des Melisseus darstellen soll, die den kretischen Zeus die erste Nahrung reichen sollte, und mit Amalthea identisch ist, so ist damit an dem Wesen der hagadischen Ueberlieferung nichts geändert

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