Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 178)
- Language
- German
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173 gewinnen, übrigens auch von den selbstständigen Werken Ihn Tibbons keines gedruckt ist, finden wir die Herausgabe dieses Commentars als eines Specimens seiner Exegese gerechtfertigt. Die interessanteste Stelle darin, nämlieh die Darstellung der verschiedenen Poesiegattungen, ist zum Theile nach einem Auszuge in Imanuel b. Salomo’s Conticum-Commentare bereits von Dukes veröffentlicht werden (Nachal-Kedumim S. 55, 56 vergl. Schire Schlomo S. 81 Anm. 2)*). Er hätte gewiss auch das Stück, in welchem Jbn-Tibbon die zwei ersten Arten der Poesie — die metrische und die rhytmische — in der hebr. Literatur nachweist, angeführt, wenn er erkannt hätte, dass die Werke Samuel Nagdila’s hier erwähnt werden, ohne dass dieser selbst genannt wird. I. T. sagt nämlich (S. 7) ובמין הראשון ממיני השיר כל שירי שלמה בן קהלת ובן משלי והדומים להם ואפשר כי ממין הזה משדי ואיוב ורוב תלים כי הם פסוקים וחתכים כמו בתים אעפי׳י שאינם שוים החלקים במלכים ושואים ולכן נעשו אריח על גבי אריח ולבנה עי׳ג לבנה במו בתים ובמין השני חשירות כי הם נאמרות בנגון אעפ״י שאין להם לא משקל ולא חרוז אבל ימלא החסרון בנגון ולכן נעשו אריח ע׳׳ג אריח כמו הפזמונים או אפשר כי משלי ואיוב ותלים מורב במן המין הראשון והשני ולכן נשתוו שלשתם בנגזן ובטעמים ובהבתבם אריח ע״נ אריח ולבנה ע״ג לבנה כמו הרשויות. Man kann hier unmöglich annehmen, dass, wenn die Vermutung aufgestellt wird, Mischle gehöre der ersten Poesiegattung, eine Zeile früher dies als bestimmt ausgesprochen werde; es kann, wie schon die deutliche Be- Zeichnung בן משלי beweist, nur von dem Ben-Mischle Nagdila’s die Bede sein. Man ist fast genötigt, da S. 8 das H. L. der dritten Poesiegattung — der musikalischen — eingereiht wird, unter שירי שלמה die Gedichte Ibn Gebirols zu verstehen. Der Sinn dieser Stelle wäre also ״zur ersten der Poesiegat־ tungen geboren die Gesänge Salomo (Gabirol’s), Ben-Kohelet, Ben-Mischle (beide von Nagdila) und ähnliche, vielleicht sind auch von dieser Art die Sprüche, lob und der grösste Theil der Psalmen, denn die Verse sind wie Strophen abgetheilt, obzwar die Zeilen nicht in Längen und Kürzen übereinstimmen, darum wercien sie wie metrische Strophen durch die entsprechende Anordnung kenntlich gemacht. Zur zweiten Gattung gehören die Lieder, denn sie werden rythmisch vorgetragen, obzwar sie weder Mass noch Reim haben. Der Rythmus ersetzt hier das Metrum und sie werden stückweise über einander geschrieben wie die Pismon’s. Es ist auch möglich, dass Mischle, lob und Tillim eine Mischart aus diesen beiden Poesiegattungen bilden, weshalb sie alle drei in Rythmus und Accentuation einander gleich sind. In der Anordnung der Verszeilen gleichen sie dann den Resel1utu. Diese drei Poesiegattungen unterscheidet auch Abrabanel (vgl. Delitzsch Gesch. d. jüd. Poesie S. 127, 128), der wahrscheinlich unsere Stelle benutzt hat. — Es ist zu bedauern, dass ibn Tibbon, der sonst eine gewandte Dar- Stellung besizt und den hebräischen Ausdruck mit Leichtigkeit und Sicher- *) Heber den S. 7 des Tibbon’schen Commentars angeführten Vers זלא רק נמלה נשכו בפיהו ואבד בפי המערה, vgl. Dukes in Oz. Nechm. II S. I9D.