Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 177)
- Language
- German
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172 Einem solclien Versuche begegnen wir nun auch in dem hier vorliegenden, dem 13. Jahrhundert angehörenden Commentare, der den bekannten Uebersetzer philosophischer Schriften, Mose b. Samuel Ibn Tibbon aus Granada, zum Verfasser hat. In der Schule der Maimunisten erzogen, ganz von dem Geiste der griechisch-arabischen Weltweisheit erfüllt, suchte und fand er auch in der Bibel nur ihre Theorien in anderer Form ausgesprochen. Die allegorisirende Erklärungsmethode war ihm wie seinen philosophisch gebildeten Zeitgenossen die natürlichste und richtigste. Er unterschied sich darin wenig von seinem Schwager Jacob Anatoli, dessen Erklärungen er im vorliegenden Commentare einigemale anführt und dem jüngeren Levi b. Abraham v. Villefranche, der sich häufig auf ihn beruft* **)). Das H. L., bei dem man von dem buchstäblichen Sinne von Vorneherein absah, war so recht für die in diesen Kreisen beliebte und gewohnte Erklärungsweise geschaffen. Schon für Maimonides war es nichts weiter als eine Reihe poetischer Gleichnisse für seelische Vorgänge, eine allegorische Darstellung der Liebe, mit der der Mensch Gott anhängen soll*). Diesen Weg, das H. L. als in poetischen Bildern dargestellte Philosophie zu behandeln, schlug nun? Ibn Tibbon nach dem Vorgänge Maimunis ein (אמרתי אל לבי לכתוב מה שנראה לי בה מחדוש נמשך בפירושה אחד מה שפירש הרב המורה). In Schir Hasch, soll die Unsterblichkeit der Seele, bewerkstelligt durch den Zusammenhang des Menschengeistes mit dem absoluten Intellecte, dargestellt werden, was Salomo für nothwendig gehalten haben soll, um dem in seiner Zeit schon verbreiteten, aber in dem Pentateuch nur wenig angedeuteten Glauben an dieselbe entschiedenen Ausdruck zu geben (S. 8). Dieser Zusammenhang zwischen dem niederen hylischen und dem übersinnlichen activen Intellect wird durch den vovg €7clxT7]T0g1 die erworbene Intelligenz, hergestellt (S. 12); die Intellecte und Seelenkräfte sind die Personen, auf welche die Rollen dieses althebräischen Dramas vertheilt sind (S. 14). Schir Haschirim ist also eine Apokalypse aristotelischer Philosophie, in der Salomo seine höchste Weisheit niedergelegt hat. Von diesem Standpunkte aus verwirft Ibn Tibbon auch die im Midrasch vertretene Ansicht, dass das H. L. ein Jugendwerk Salomos sei (S. 9). Es lohnt sich der Mühe nicht zu untersuchen, wie Mose Ibn Tibbon seine Annahme von der philosophischen Tendenz des H. L. im Einzelnen durchführt. Er trägt in Form eines Commentares zu demselben seine eigenen Philosopheme vor. Nur weil wir diese hier kennen lernen und damit einen erweiterten Einblick in die damals herrschenden Anschauungen *) Vgl. Hechaluz 2, 19 ff und 7 S. 113. **) Moreh I, 54 אתר. השוכח נפשך עד ששחר לובן פגיה במשול ר,ב חות הגופניות עליה כמו שנא׳ בראש המשלים השיריים ההם חנשואים בזה הענין בני אמי נחרי בי. In H. Teschuba 10, 3 stellt er nach seiner Auffassnng des H. L.’s folgende Lehre auf: וכיצד הוא האהבה הראויה הוא שיאהב את הי ... ונמצא שוגה בה תמיד כאלו חולה חולי האהבה שאץ דעתו פגוייד. מאהבת אותה אשד. והוא שוגה בה תמיד... והוא ששלמה אמר דרך משל כי חולה אהבת אני וכל שיר השירים משל הוא לעמן זה. ilillSäSieSii י':::׳ י: ::,sr':,