Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German
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165 zu der unwahrscheinlichen Annahme, dass Ihn Esra im Alter noch einmal seine Schriften revidirt und Verweisungen auf später verfasste Werke hinzugeftigt habe. Die Zurückführung der drei Citate aus dem Genesis-Comm. auf ihren Fundort zeigt uns jedoch, dass es unnöthig ist, zu solchen Hypothesen seine Zuflucht zu nehmen. Im Ibbur 7 b sagt Ibn Esra, dass in Ps. 104 die Schöpfungswerke in derselben Reihenfolge wie in Gen. 1 dargestellt werden ״wie ich bereits im Commentare zur Genesis angedeutet habe“ (עקר המזמור איגנז רק מעשה בראשית על בן החל במלת עוטה אזר כשלמה כמו ויד.‘ אור ודבר זה רמזתי בפירוש בראשית רק לא יבינהו אחד מני אלף). Dieselbe Ansicht entwickelt er wirklich im Comm. zu Gen. I, 1 'דבר דוד בתחלד. על מעשה בראשית והחל מהאור ואמר עוטה אור ואהי׳ב נוטה שמים וב. Hr. H. irrt, wenn er diese Verweisung auf die Einleitung zum Pentateuch- Commentar Art. 2 bezieht, Josef Tob-Elem (in Ohel Joseph Note 19) hat bereits das Richtige erkannt, wenn er, was Hr. H. übersehen hat, hier unsere Stelle anführt. Die LA. בפרשת בראשית für בפירוש ב׳, die sein Citat hat, schliesst die Ansicht H.’s gradezu aus. In der zweiten Stelle zu Jes. 40, 28 sagt Ibn Esra, er habe schon im Genesis-Comm. gezeigt, dass ברא die Bedeutung von גזר (schneiden) habe (בבר פירשתי בסדר בראשית בי בורא קרוב מגזרת גוזר). Dasselbe spricht er ebenfalls im Comm. zu Gen. I, 1 aus ואיננו במו ברו לבם איש יק במו וברא אתהן וטעמו לגזור ולשים גבול לננזר והמשכיל יבין und etwas klarer in der Fassung der ersten Recension (aus Oz. Nechm. H. S. 209 ומלת וברא אתהן לשון חתוך וגזירה ע״ב כתוב בורא קצות הארץ vgl. auch Motot z. St. der den Passus aus dem Jesaia-Comm. hier anführt). In der dritten Stelle zu Jes. 54,5 erklärt er die Worte בעליך עשיך als Plurale nach Analogie von איהים und אדונים, wobei er auf das in Genesiscommentar Gesagte Bezug nimmt מלת בועליך על לשון רבים ובן עושיך במו ישמח ישראל בעושיו על דרך מלה אלהים ואדונים באשר פירשתי בספר בראשית (vergl. auch zu 19, 4 אדונים קשה דקדוקו מפורש בתורה und zu Ps. 149). Auch hier ist wieder nur die zu Gen. I, 1 aufgestellte Ansicht, dass אלהים und ebenso אדונים ein pluralis majestaticus sei, gemeint. Es ist nicht zufällig, dass alle Verweisungen sich auf den Comm. zu Gen. 1,1 beziehen, es war eben nur ein erst begonnenes, aber bei weitem noch nicht fertiges Werk, darauf er Bezug nimmt. Wir ersehen daraus, wie sorgfältig die Citate Ibn Esras geprüft werden müssen, um daraus auf die Abfassungszeit der Werke, auf welche sie hinweisen, schliessen zu können. Glücklicher als in der Vermutung, dass das Sefer ha־Ibbur spätere Zu- Sätze erhalten habe, ist Hr. H. in dem Nachweise, dass ein Theil desselben, nämlich die dritte Pforte, verloren gegangen ist (S. 8 A. 7). Es scheint aber, dass auch die erste Pforte am Schlüsse defect ist. Nach der Inhaltsangabe sollen in derselben auch der Adda’sche Cyclus und die christlichen und muhamedanischen Festkalender dargestellt werden. Dies erwartet man auch darum, weil sie in der zweiten Pforte, die die Begründungen und Erklärungen für die in der ersten gegebenen Berechnungsmethoden und Kalenderregeln enthält, erörtert werden. Dieses Stück, das sich auch in den Handschriften findet, muss also wol, wen davon für die Praxis kein Gebrauch zu machen war, von