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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 169

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 169)
Language
German
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164 dritten Stelle Ibn Esra ausdrücklich sagt, dass man im J. 4907 stehe (8 b והנה אנחנו חיום בשנת ה' למחזור). Dazu stimmen aber auch die beiden andern Daten. Denn wenn 9 b gesagt wird ״dass in dem bereits erwähnten Jahre (4907) die Tischritekupha nach dem Samuel’schen Systeme gegen Ende dieses Monats eintreten müsse,“ so kann, nachdem 9a das Frühlings quatemb er desselben Jahres auf den 23. Nisan angesezt wird, nicht von der Tischritekupha, die ihm vorangegangen ist, sondern nur vor der, die ihm folgen wird, also eigentlich von der zu Anfänge des J. 4908 die Rede sein. Der Ausdruck בשנה הנזכרת ist etwas ungenau und bedeutet hier soviel אחר השי הנזכרת. Somit wird nur die Nisantekupha 4907 als zukünftig bezeichnet und ist daher erwiesen, dass das Seder ha־Ibbur im Winter des J. 4907 1146/47 verfasst wurde*) Danach ist es auch nicht befremdlich, dass die aus dem J. 4906 stammende Abhandlung aber das Astrolab hier bereits angeführt wird. Schwerer lässt es sich erklären, dass wir in unserer Schrift zweimal Hinweise auf den Pentateuchcommentar finden, der zwanzig oder in erster Recension nach der bestehenden Annahme zehn Jahre später als das Seder ha־lbbur vollendet wurde. Dieselbe auffallende Erscheinung finden wir in dem 1145 verfassten Jesaia-Comm., wo zweimal (uicht einmal wie Grätz und Halberstamm angeben) Stellen aus dem Genesiscommentar citirt werden und, was bisher nicht beachtet wurde, einmal auch die Erklärungen zum Pentateuch erwähnt werden. Yon den unbestimmten oder allgemeinen Hinweisen können wir hier wol absehen, da sie nicht notwendig die Abgeschlossenheit des Werkes voraussezen. Wenn Ibn Esra zu Jesaia 12, 2 sagt, dass das Wort ״ המרתim Pentateuch erklärt“ ist (וזמרת מפורש בתורה), so meint er, dass dessen Erklärung dahin gehört und auch dort ihren Platz finden wird. Ebenso ist aus der Angabe in vorliegendem Werke 9 a, ״dass er die tieferen Gründe mancher rabbinischen Aussprüche in dem Buche Jaschar, d. i. in der Erklärung zur Thora erklärt habe“ noch nicht zu folgern, dass dieser bereits fertig in die Öeffentlichkeit getreten war, vielmehr lässt sich daraus, dass er, der wort» karge Grübler, sich erst darüber erklärte, was für ein Buch er mit dem Namen ha־Jaschar bezeichne, folgern, dass man von dessen Existenz noch keine Kunde hatte. Anders ist es mit den speciellen Citaten. Die im lbbur und im Jesaiacommentare aufgeführten Stellen aus dem Genesiscommentare finden sich dort wirklich und man muss umsomehr annehmen, dass dieser schon vollendet und verbreitet sein musste, als hier von anderen Commentarien, wie von denen zu den Psalmen und den 12 Propheten, als von Zukunftswerken gesprochen wird (vgl. Com. zu Jes. 4, 3; 20, 2*, 26,4). Grätz rückt deshalb die Abfassungszeit des Jesaia-Commentars auf 10 Jahre tiefer herab (Gesch. 6. S. 445). Halberstamm, der, nachdem auch das lbbur denselben chronologischen Widerspruch zu lösen giebt, mit der Grätz’schen Hypothese, die ohnehin die Zeugnisse von Handschriften gegen sich hat, nicht auskommen kann, bequemt sich f) Vgl. auch Gronemann in Grätz’s Monatsschrift 1875 8. 282.

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