Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 157)
- Language
- German
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152 poetische Erzählung, die der Dichter Sulamit vortragen lässt. ״Sie spricht,“ sagt er, ״in erzählendem Tone zu ihren Freundinnen und zu den Mädchen in ihrer Umgehung: so hat mein Freund gesprochen und so habe ich ihm geantwortet*)“. Von dieser Ansicht ist die ganze exegetische Behandlung, die dieses Buch durch Samuel b. Meir erhalten hat, geleitet ** ***)). An einer Stelle, in der er das Hohe Lied mit den Pastoretas der Troubadours vergleicht, bringt er mehrere Beweise dafür, dass dasselbe einen epischen Charakter an sich trage. ״So ist der Gang dieser Dichtung“ sagt er, ״Sulamit singt in Schwermut von der Liebe ihres Freundes . . Beweise dafür, dass sie alles erzählend vorträgt, ihre eigenen Worte sowohl als auch die ihres Freundes, sind die Stellen ״es beginnt mein Freund und spricht zu mir“ (2, 10), wie auch ״ich schlafe und mein Herz ist wach“ (5, 2) und die Schwüre, mit denen sie an ihre jungfräulichen Freundinnen sich wendet“**). Ohne etwas davon zu ahnen, dass eine in exegetischen Fragen so gewichtige Autorität wie Samuel b. Meir ihm zur Seite steht, hat in neuerer Zeit auch Grätz die Vermutung aufgestellt, dass das Hohelied nicht, wie Viele annehmen, ein Drama, sondern vielmehr ״ein episches Liebeslied mit eingelegten Dialogen und idyllischem Anstrich“ sei (das salom. Hohelied S. 22—28). Es liegt ein gut Theil Wahrheit in dieser Ansicht, aber durchwegs richtig ist sie nicht. Kämpf hat an zerstreuten Stellen* seines Commentars darauf hingewiesen, dass auch in einem Drama erzählende Partieen vorkommen können. Der Hauptbeweis, den Grätz gegen die Drama-Hypothese in’s Treffen führt, beruht auf einem Missverständnisse. ״Ein einziger Vers,“ sagt er (S. 14) ״bläst das ganze Kartenhaus von dramatischem Bau um, nämlich 10 ,2) ענה דודי יאמר לי). Hier sei ein offenbares Zeugniss dafür vorhanden, dass die Worte des Freundes immer von Sulamit referirt werden und man müsste sich diese Anführungsformel eigentlich vor allen den Stücken *) Vorwort zum Canticum-Commentare (ed. Jellinek, Leipzig 1855 S. 36) .כבתולה הומה ומתאוננת על אוהבה שפירש ממנה והלך למרחקים והיא מזכרת אותו באהבתה אוחד אהבת עולם ומש־ררת ואומרת אהבה עזה כזאת הראה לי ידידי בעודו עמדי ומדברת ומספרת לחברותיה כך וכך אמר לי דודי וכך השיבותיו. Mit den ״Freundinnen und Mädchen“ meint Samuel b. Meir die ״Töchter Jerusalems“ wie aus der Bemerkung zu 5 ,1 שחורה אני ונאוה hervorgeht: אתנה ריעותי הבתולות בנות ימשל (1. [יחשלנים). **) Zu 1, 7 bemerkt er: עתה היא מדברת עם אוהבה ומספרת כך אמרתי לו וכך השיבני אם לא תדעי לך zu עכשיו מספרת לרעותיה הביאני וכו׳ (2,4) הביאני אל בית היין, vergl. auch die Erklärung zu 2,15. ***) S. 44 zu 3,5 ךכן דרך הילוך שיד זה שהיא משוררת ומתאוננת בכולן באהבת דודה... וכן מוכיח שהיא מספרת הכל את דבריה ודברי האוהב ענה דודי ואמר לי ולא כתב עגה (ענתה .1) דודי (דודתי.1) ואמרה אלי וכן אני ישנה ולבי ער וכן השבעות שהיא משבעת לחברותיה הבתולות ועוד היום דרך המשוררים לשורר שיר שהוא מספר מעשה אהבה על שניהם בשירי אהבה במנהג העולם,