Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 155)
- Language
- German
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150 trinken geben.“ Sie sebnt sieb nach ihm und darf doch nicht zu sehr sich ihm nahen. Jezt verfällt sie wieder in ihre Liebeskrankheit und den Töchtern Jerusalems ruft sie zu, dass sie die Liebessehnsucht nicht eher wecken als bis die rechte Zeit dafür gekommen ist (8, 1—5). 10. Das Liebesspiel erreicht seinen Schluss. Sulamit verbindet sich mit ihrem Freunde. Man blickt auf und siehe da, den Arm um seinen Hals geschlungen, so schreitet sie mit ihm einher. Er erinnert sie an die Zeit, wo er zuerst ihre Liebe sich gewonnen ״unter dem Apfelbaume“ (vgl. 2, 3), da habe ich die Liebe in dir erregt, dort wo deine Mutter dich geboren, deine Gebärerin dir das Leben geschenkt.“ Sie erwiedert darauf, dass sie den Wunsch habe, also für immer auf das Engste ihm anzugehören, denn die Allgewalt einer Liebe, die um kein Gut der Erde feil ist, ziehe sie zu ihm hin. Die Verbindung soll nun durch die Einstimmung der Brüder ihre Weihe erhalten. Es wird dargestellt, wie sie sich mit einander beraten, was sie mit ihrer Schwester machen sollen am Tage, da man um sie wirbt. Für sie ist sie immer noch klein und unerwachsen, sie kennen sie nur in der Gestalt, in der sie einst von ihnen schied, um fremde Weinberge zu hüten. Sie kommen zu dem Entschlüsse, wenn sie eine Mauer ist, einen silbernen Thurm auf ihr zu erbauen, wenn sie aber eine Thüre ist, ein Zedernbrett in ihre Angeln zu legen. Sulamit giebt ihnen die beruhigende Antwort, dass sie eine Mauer sei und Thürme an sich trage, ihre Brüder müssten es also erkennen, dass sie auf Frieden sinne*) (8,1—10). (vgl. für die Construction שמני שומם Klagel. 3,11). — Für 8 ,7) בתענוגים) lasen die 70 בתענוגיך; dass für אהבה auch אהובה gelesen werden könne, •T ־;- T-;~ T ־: ist bereits von anderen bemerkt worden. Der Vers wäre dann zu übersetzen: ״Wie schön und wie lieblich bist du, Geliebte, in deinen Wonnigkeiten“ (die eben geschildert worden sind). Die Apostrophirung einer Eigenschaft ist dem hebräischen Sprachgeiste zuwider — In v. 11 ist לדודי fehlerhaft eingeschrieben worden, es hat seinen Platz in v. 12, wo es sich auch findet. — Diese Partie hätte ihren naturgemässen Abschluss mit שם אתן את דודי לך (v. 13) gefunden, der Dichter will aber die züchtige Sulamit ein solches Versprechen nicht ohne Reserve geben lassen, sie corrigirt sich daher zum Scheine in v. 14 und fängt da an, vom Wohlgeruche der Veilchen zn sprechen, die sonst gar nicht im Buche Vorkommen, sie thut, als ob sie sich versprochen, mit דודי nicht die Liebesreize gemeint hätte, die sie ihm spenden will, sondem דודאים, wohlriechende Veilchen. Der Gleichklang beider Wörter ist hier zu einer sehr sinnigen Wendung benutzt worden. *) Dass in v. 5 einige Worte ausgefallen sind, zeigt das Xelev/.avd'iG- [1€vrj der 70. Auch die Vulg., die מן המדבר ausdrückt, hat ausserdem noch ״deliciis affluens“. Die LA. der 70 heutet darauf hin, dass לבנה hier gestanden hat und demnach zu lesen wäre, מן הר המור מגבעת הלבונה