Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 154)
- Language
- German
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149 9. Sie sind in die Weinberge hinausgezogen, Sulamit soll je2t ihr Versprechen halten, allein — die Keuschheit verbietet es ihr. ״Wer gäbe es, dass du mein Bruder wärest“, ruft sie ihm zu, ״da könnte ich dich auf der Strasse treffen, dich küssen, und man dürfte mich deshalb doch nicht verachten, da würde ich dich führen und hinbringen können in das Haus meiner Mutter, die mich erzogen, dir von meinem Moste und meinem Weine zu conjunctivisch zu nehmen und daher nicht daran zu denken, dass die Königinnen und Kebsen hier Sulamit wirklich gerühmt haben. Eine Versetzung hat hier stattgefunden, aber in weiterem Masse. Da in c. 6 sowol v. 10 als auch v. 4, mit dem v. 3 in untrennbarem Zusammenhänge steht, mit demselben Worte (כנדגלות) schliessen, so ist bei der Anordnung des Textes ein Zweifel darüber erstanden, welcher von ihnen nach v. 2 und welcher nach v. 9 gehört. Durch die Entscheidung darüber war auch die Stellung von 6,11 u. 12 bedingt. In naher Verbindung mit diesen steht auch 7,1. Die früheren Landsleute Sulamits, die Genossen ihres Freundes, fordern sie nämlich auf, da sie eben gehört haben, wer sie sei, sich zu zeigen. Dieser Vers muss also immer in der Nachbarschaft von 6,11 u. 12 sich befinden. Nimmt man demnach an, dass 6,10—7,2 zwischen 6,2 und 3 gehören und dass letzterer an 7,2 sich anschliesst, indem Sulamit, die die Aufforderung, sich sehen zu lassen, als eine Beleidigung aufgefasst hat, ihrem Freunde sich zuwendet, so zeigt sich in der Reihenfolge der einzelnen Theile in dieser Partie eine leicht fassliche und durchsichtige Entwicklung. Nach den 70, die in 7, 2 das מה nicht wiedergeben, muss יפו das Anfangswort daselbst gewesen sein. Da nun v. 4 in Cap. 6, vor welchen 7, 1 zu setzen ist, mit יפה beginnt, so war hier noch ein weiterer beirrender Umstand vorhanden. — Es fehlt in dieser Partie auch nicht an einzelnen Wörtern, die noch der Erklärung bedürfen. Das unverständliche 4 ,6) כנדבות u. 10) in כמגדלות zu emendiren, liegt freilich sehr nahe, aber man kann selbst einem unkundigen Abschreiber nicht zumuten, dass er dieses im H. L. so oft gebrauchte Wort gerade an diesen zwei Stellen verkannt habe. Es wäre dann auch hinreichend gewesen, אימה כמגדל zu sagen. Der Dichter will S. mit einem Heere nicht hinsichtlich seiner Grösse, sondern hinsichtlich seines Einherschreitens unter Vorantragung einer hochgeschwungenen Fahne vergleichen, sie sei stattlich wie fahnengeschirmte Schaaren. — Schadhaft ist sicherlich auch 6,12. Sicherlich wird hier die Ueberraschung ausgedrückt, in der der Freund Sulamits sich befand, als er ihrer ansichtig wurde. Sie hat ihn mit ihrem Anblicke in Aufregung gebracht (6,5). Vielleicht hat, da er diese Affection durch הרהיבוני ausdrückt, auch hier ein Particip dieser Verbalform seineSpur zurückgelassen und man hätte demnach zu lesen: ״ לא ידעתי נפשי, שמתני מרהיב בת עמיגדיבIch kannte •T *ך— - ־י י■ j— * ,-׳ך״ mich selbst nicht, es versetzte mich in Aufregung die Töchter Aminadibs“)