Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 147)
- Language
- German
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142 liebt und nach dessen Nähe sie sich sehnt, dessen Augenzeugen sollen nun die Töchter Jerusalems, die halb als Zuschauerinnen, halb als Theilnehmerinnen bei diesem Drama figuriren und zu deren Belehrung es eigentlich verfasst ist, bald werden). 3. Es entspinnt sich nun ein Zwiegespräch zwischen Sulamit und ihrem Freunde, (der als abwesend gedacht wird und 11111־ scheinbar mit ihr spricht) sie fordert ihn auf ihr zu sagen, wo er am Mittage seine Heerde lagern lasse, denn sie könne keine Ruhe finden so lange sie sich nicht bei ihm befinde und gehe daher schmachtend zwischen den Heerden seiner Genossen umher* *). Er erwiedert ihr, der Weg zu ihm sei leicht zu finden, sie möge nur den Spuren der von ihm geweideten Lämmer folgen, wenn sie in der Nähe der Hirtenzelte ihre Böcklein lagern lasse, da werde sie ihn kommen sehen, da halte er seine Mittagsruhe. Sie tauschen in blühender Bildersprache einige Zärtlichkeiten aus. Sulamit, die Lilie Sarons, die Rose von Amakim, spricht von dem Nardendufte, den ihr Freund ihr spendet, währenddem der König in der Umgebung seiner Hoffräuleins schwelgt. Diese mögen in Prunkgemächern wohnen, ״unsere Lagerstätte ist die grüne Trift, Zedern sind unseres Hauses Gebälk und Cypressen seine Bedachung“. Ihrem Freunde ist Sulamit unter den Jungfrauen eine Rose unter Dornen, ein Prachtross an einem ägyptischen Königswagen, das mit Halsbändern und Netzwerk geschmückt ist; auch ihr würde solche Zier aus Gold und Silber wol anstehen. Sie erkennt es aber bald, dass nur die träumerische Phantasie die Gegenwart ihres Freundes ihr vorgespiegelt habe, sie fordert nun die Töchter Jerusalems auf, sie mögen sie mit Wein und Aepfeln laben, denn sie sei krank vor Liebes- Sehnsucht, es sei ihr, als ob sie in den Armen ihres Freundes ruhte, darum, Das Wort ,שלמר ist unrichtig punktirt, es ist hier nicht der Name des Königs, sondern der von Arabern bewohnten Landschaft שלמיא, mit der R. Juda (j. Schebiit 6, 1, Gen. rab. c. 44 vgl. Bab. bat. 26 a) הקנזי (Gen. 15, 19) identificirt שזפתני .את דיקני ואו! רקדמגי די יודא אמר ערבייא של מי יא נבטייא (v. 6) in זפתני zu emendiren (Grätz) geht schon deshalb nicht an, weil זפת nur ״verpichen“ nicht ״schwärzen“ bedeutet. Da שזף so viel aussagt, als ״mit dem Blicke durchdringen“, so wird man auch hier übersetzen können, ״die Sonne hat mich scharf angeblickt“. *) Da in עטף der Begriff des Bedeckens und metaphorisch auch der des Schmachtens liegt, da kann man eine gleiche Entwicklung der Bedeutungen auch für ,עטר annehmen, man wird demnach 7 ,1) כעטיה) mit Schultens ״schmachtend“ übersetzen können. Die verstärkte Fragepartikel שלמה lässt den Gedanken, dass Sulamit in der Nähe anderer Männer sich nicht wohl fühlen könne, und daher nur bei ihm, nicht bei seinen Genossen (vgl. auch 8, 12) weilen wolle, schärfer hervortreten.