Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 135)
- Language
- German
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130 Kirimi in Hebron ,als Käufer des Codex bezeichnet und der Wunsch ausgesprochen, dass es auch seinem ״geliebten Sohne Jakob“ gegönnt sein möge, in demselben zu lesen. Es scheint Firkowitsch darum zu thun gewesen zu sein, auch den Jakob ha-Chogeg, durch dessen Vermittlung Ibn Ganach Einsicht in ein Werk eines alten jerusalemischen Grammatikers gewann? zum Karäer zu machen. Durch seinen Namen sowol als auch durch seine Heimat giebt er eine passende Figur für einen solchen ab und es ist, sobald Jakob ka-Cliogeg als ein Karäer gilt, damit der Meinung Spielraum gegeben, dass der Begründer der grammatischen Wissenschaft unter den Babbaniten einen Theil seiner Kenntnisse den Karäern verdankte. — Als jüngere Mache wird man die sämmtlichen Daten zu bezeichnen haben, in denen die Jahreszahlen durch den Buchstabenwert biblischer Wörter und Sätze ausgedrückt werden. Gelegentlich ist diese Datirungsweise zwar auch schon bei Autoren in der zweiten Hälfte des Mittelalters im Gebrauche, aber den früheren Jahrhunderten ist sie durchaus fremd*) und ihre eigentliche Ausbildung hat diese Künstelei erst in der neueren Zeit erlangt. Gefälscht sind daher, wie die Herren Verfasser dies auch schon durch andere Beweise dargethan haben, die Epigraphe 7 (S. 32) 40 (S. 128) 43 (S. 108) 47 (S. 15) 39 (S. 203 vgl. die Note S. 205) 113 (S. 291). Hat sich somit die Erwartung, dass aus diesen Documenten eine reiche historische Kunde zu holen sein werde, als aussichtslos erwiesen, indem die Epigraphe, soweit sie von der Hand des Fälschers verschont geblieben sind, nur einen dürftigen Einblick in die früheren Verhältnisse der krimischen Karäer gewähren, so werden doch die Handschriften selbst, wenn die masoretischen Stücke und die Targumpartieen, die manche derselben enthalten^ zum Gegenstände einer speciellen Untersuchung gemacht werden, noch manche Ausbeute gewähren. Besonders ist hier der Codex H. B3, in dem das babylonische Punctationssystem für die Bezeichnung der Vocale in An- Wendung erscheint, zu nennen, der, nachdem früher nur einzelne Proben zur Veröffentlichung gelangt waren, (s. Pinner Prosp. Anh. u. Pinsker Einl. in d. babyl. Punctationsystem p. 44 ff.) nunmehr in Herrn Strack einen berufenen Editor gefunden hat. Die übrigen, zumeist defecten Handschriften (aus der im Jahre 1862 angekauften Hauptsammlung 47 in Bollen u. 98 in Buchform; aus der früher in Odessa befindlichen Collection 35 in Bollen- und 19 in Buchform) erheben sich in ihrem Werte, insoweit sie nicht von Massora und Targum begleitet ist, nicht über andere Bibelmanuscripte. Im Anhänge geben die Verf. noch die Beschreibung der nicht aus den Firkowitsch’schen Sammlungen stammenden Damascusrolle (275—276), Varianten aus vielen Handschriften (276—285) und Epigraphe aus der Epigraphen- Sammlung Firkowitsch’s (S. 286—292). Den Best des Buches (293—296) machen *) Auf die von Pinsker (לקוטי I, S. 45) mitgetheilten Verse am Ende von Mose Darai’s Divan wird man sich nicht berufen können, da derselbe durch Firkowitsch’s Hand hindurchgegangen ist (das. S. 46).