Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 130)
- Language
- German
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es, dass die betreffende Stelle, die wir für interpolirt halten, in Maimunis Jeruschalmi-Exemplar wirklich nicht gestanden hat, obschon die Tos. (R. haschana a. a. 0.) sie vor sich hatten. — Beiläufig sei hier bemerkt, dass R. Moses aus Coucy in seinem Gebotenbuch Nr. 199 denselben Beweis aus dem V. in Jos. gegen die Karäer im Namen des R. Meschullam b. Kalonimos anführt, und da die berühmte Gelehrtenfamilie dieses Kalon. in Rom ihren Sitz hatte (sich Raschi zu Tr. Beza 24 b) und dieser R. Mesch ul. kurz vor A. Esra lebte (s. W. Heidenheim über Pijutim und Paitanim s. v. Meschullam), so wissen wir hierdurch, dass der Gelehrte aus Rom bei A. E. kein Andrer ist, als eben der R. Meschullam. Eine zweite karäische Interpolation scheint mir in der s. g. Boraitha des R. Pinchas b. Jair zu stecken, wo aus dem Ausdruck תמימות erwiesen werden soll, dass ממחרת השבת der wöchentliche Sabbath gemeint sei. Pinsker L. Kadm. S, 17. führt die Worte des Sal. b. Jeruch, an, welcher behauptet, der Gaon R. Saad. habe die Stelle gesehen, aber sich nicht daran gekehrt, und die Worte des J. Hadasi in Eschcol, welcher behauptet, die rabb. Gelehrten in Kairwan hätten die Stelle aus ihren Exemplaren der Boraitha gestrichen. Pinsker weiss nicht, was er über diesen Punkt denken soll, da es einerseits sicher ist, dass die fragliche Stelle unmöglich R. P. b. Jair zum Autor haben kann, da weder Inhalt noch Styl zu ihm und seiner Zeit passt, andererseits aber auch nicht anzunehmen sei, dass beide, S. b. Jeruch, und Hadasi, die ganze Geschichte erfunden haben sollten. Das Rätsel löst sich aber ganz einfach, wenn wir hier eine Interpolation annehmen. Eine Boraitha unter dem Namen des R. P. b. Jair hat wohl existirt — wenn sie auch in Wirklichkeit einen Andern zum Autor haben mochte — welche halachischen Inhalts war und die irgendwo Gelegenheit bot den erwähnten Beweis für die Erklärung des ממחרת השבת in karäischem Sinne einzuschieben. Sal. b. Jer. und Hadasi haben die Stelle in ihren Exemplaren vorgefunden und sie, für acht haltend, freudig begrüsst; die Gelehrten von Kairwan hatten ältere oder Abschriften von älteren Exemplaren, worin das Einschiebsel noch nicht gestanden. So erklärt sich, dass der Eiferer Hadasi sie beschuldigt, die Stelle gestrichen zu haben, und dass R. Saad. gar keine Notiz davon genommen hat. — Ein drittes altrabbinisches Werk, worin derselbe Beweis, aber in