Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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124 Einen Fingerzeig mehr für die Interpolation dieser Stelle finde ich in dem Umstand, dass drei bedeutende rabb. Coryphäen wirklich, dem Wink der babyl. Gemara folgend, indem sie ממחרת הפסח in Jos. als den 16. auffassen, daraus Capital machen für die rabb. Erklärung des ממחרת השבת. Der Erste ist der Gaon R. Saadia, angeführt im Eschcol des Hadasi unter Buchst. 224 und von Letzterem widerlegt und bewiesen aus 4 B. M. 33, 3, dass מחרת הפסח nur der 15. gemeint sein kann, ganz wie R. Elasar im Jerusch. Der Zweite ist ein Gelehrter aus Rom, angeführt von A. Esra zu 3 B. M, 23, 11, mit derselben Waffe gegen die karäische Auffassung des מ' השבת zu Felde ziehend, wie R. Saadia, und von A. Esra daselbst zurück geschlagen in derselben Weise wie Hadasi es thut 'und wie bereits von Tos. in R. hasch, in seinem Namen angeführt. Der Dritte endlich ist Maimuni in seinem M. Tora (Temidin 7, 11), dem es hier, wo er glaubt einen entscheidenen Streich gegen die Karäer führen zu können, nicht genügt, die traditionelle Halacha, wie gewöhnlich, trocken hinzustellen, aber auch, alle in ßabli Menachoth geführten Beweise ignorirend, haftet er sich mit scheinbar grosser Selbstbefriedigung an den V. in Jos., wie R. Saad. und der Gelehrte aus Rom es gethan, um die rabb. Tradition zu stützen, ohne eine Ahnung davon zu haben, dass irgendwo der unwiderlegliche Beweis geführt wurde, dass מחרת הפסח der 15. ist. Von R. Saad. mag es angenommen werden, dass er wenig mit dem jerusal. Talmud vertraut gewesen ist, wie sich das wohl aus der Controverse des Karäers Salmon b. Jerucham mit ihm über eine Stelle im Jeruschalmi ergiebt (S. Pinsker: Lik. Kadm. Zusätze S. 14 und Frankel: Mebo hajerusch. S. 32); auch der Gelehrte aus Rom mag wenig Kunde vom jerusal. Talmud gehabt haben; dass auch Maimuni die oben angeführte Stelle in A. Esras Bibelcommentar nicht kannte, ist wenig auffallend, da es jetzt ziemlich sicher gestellt ist, dass der bekannte Brief, worin die Schriften des A. Esra so hoch gepriesen werden, fälschlich den Namen Maimunis als Autor trägt. Wohl aber müsste es wundernehmen, wenn dieser Maim., der sich mit dem jerusal. Talmud so eifrig beschäftigt und so Manches aus demselben in seinem M. Tora aufgenommen hat, in einem so wichtigen Punkte ihn nicht gekannt oder ignorirt haben sollte*). Wahrscheinlicher ist *) M. hat die Stelle in J. in der bereits angegebenen Weise aufgefasst.