Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 131

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 131)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2418846-2418851--0606-2419495
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

126 künstlicher Weise halb verdeckt, für die karäische*) Auffassung des ממחרת השבת aus dem Worte תמימות, wie in der obengenannten Boraitha eingeschoben sich findet, ist die Pesikta des R. Gahana. Dort, Piska ha-Omer (ed. Buber S. 69) heisst es: R. Chija lehrte, die Schrift sagt, (3. B. M. 23, 15) sieben Wochen vollkommen (temimoth) sollen es sein; wann sind es vollkommen 7 Wochen? dann nur, wenn Jeschua und Schchanja nicht dazwischen sind (nach der richtigen Correktur Bubers). Was bedeuten diese Worte? R. Elieser b. Nathan (angeführt bei Bober daselbst) erklärt sie; sie wollen sagen: vollkommen sind die 7 Wochen nur in dem einzigen Falle, wenn der Neumond Nisan auf Sabbath, also der erste Tag Pessach ebenfalls auf Sabbath fällt und demgemäss das Schabuothfest am Sonntag stattfindet (dann nämlich sind vom Tage der Omerdarbringung bis Schabuoth vollkommen sieben Wochen, jede von Sonntag bis Sabbath); aber der Autor drückt diesen Gedanken durch die Anspielung auf Jeschua und Sehecb. bildlich aus, weil nach der bekannten Thatsache (1 Ohr. b. 24), dass 24 Priesterwachen existirten, wovon je eine von Sabbath zu Sabbath den Dienst im Tempel zu verrichten hatte» und in der Ordnung der Wachen Jesch. den 9. und Schech. den 10. Rang einnahm, es sich herausstellt, dass nur in dem einzigen Falle, wenn der Neumond Nisan auf Sabbath fällt, diese beiden genannten Wachen vom 2. Pessachtag bis Schabuoth keinen Dienst hatten. Hiermit ist sicherlich die dunkle Sprache des Textes geistreich und richtig enträtselt. Aber ein Rätsel bleibt es immer noch, was drängte den Autor sich in so dunkler Weise auszudrücken, seine Gedanken gleichsam hinter dem Schleier eines Bildes zu verdecken? warum spricht er es nicht einfach und klar aus: wann der Neumond Nisan auf Sabbath fällt? Offenbar, weil dies ein scharfer Angriff auf die rabbinische Auffassung des ממחרת השבת ist, wie ihn auch Sal. b. Jeruch, (bei Pinsker: Lik S. 17) geltend gemacht hat: die Tora verlangt, dass durch- *) Da die Auffassung des ממחרת השבת (Lev. 23, 15) auch ein Gegenstand des Streites zwischen Pharisäern und Sadducäern bildete, so ist es nicht notwendig, diese Interpretation den Karäern zuzuschreiben. Sie scheint ein Ueberrest einer sadducäischen Doctrin zu sein, der später in der Hagada Verwendung fand. Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.