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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 128

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 128)
Language
German
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123 dagegen erhebt und den richtigen Sinn von סחרת הפסח als den 15. Nisan beweist, scheint daher schon an sich schon verdächtig und giebt Grund zur Vermutung, dass hier eine karäische Hand gewaltet hat*). Davon aber auch abgesehen, ergiebt sich bei näherem Eingehen die Frage und Antwort im Jerusch, ob מחרת הפסח der 15. oder der 16. Nisan sei, durchaus als späteres Einschiebsel kund. Dort nämlich dreht sich die ganze Verhandlung einzig und allein darum, zu erweisen, dass und wieso die Israeliten am ersten Pessachabend in Kanaan das Gebot, Mazzah zu essen, erfüllen konnten. Der Eine meint, das Gebot, Mazzah zu essen, habe die Kraft, das Verbot, vor der Omerdarbringung von der neuen Frucht zu geniessen, zu verdrängen; der Andre, welcher dem Gebot diese Kraft nicht zuerkennt, denkt wie R. Jischm., dass vor der Landeseroberung das Verbot gar nicht platzgreifend war. Dagegen führt R. Bun aber widerlegend einfach den V. aus Jos. an, wonach sie erst ממחרת הפסח von der Landesfrucht gegessen haben, und will damit sagen: folglich haben sie am Vorabend des Pessach keine Mazzah gegessen. Was hilft es nun dem R. Elasar, wenn er in seiner Antwort das מחרת הפסח als den 15. Nisan erklärt? Damit wäre allenfalls der Beweis aus diesem V. gegen R. Jischmaels Ansicht abgewendet, aber, worauf es hier allein ankommt, R. Buns Beweis aus diesem V., dass sie am Vorabend des ersten Pessachfestes im Lande keine Mazzah gegessen, bleibt doch immerhin unwiderlegt? Darum scheint es mir fast gewiss, dass ursprünglich im Jeruschalmi die Worte des R. Bun mit der blossen Anführung des V. aus Jos. geschlossen haben und eine Erwiderung von Seiten eines R. Elasar gar nicht stattgefunden hat, ein Karäer aber die Gelegenheit wahrnahm, die Worte des R. Bun bloss als Einwand gegen R. Jischmaels Ansicht erscheinen zu machen, um so die Frage und Antwort über die Bedeutung von מחרת הפסח einzuschieben und damit der möglichen Demonstration aus diesem V. für die rabb. Auffassung des ממחרת השבת den Boden unter den Füssen wegzuziehen. Wir können dieser Annahme nicht beistimmen. Aus Mech. Pascha c. 7 u. b. Berachot 9 a geht hervor, dass 4) ממחרת ד,פסח B. M. 33) nur, wie dies aus dem Texte selbst sich ergiebt, als der 15. Nisan angesehen wurde. Der Einwand R. Elasar b. Jose’s in j. Chal. ist nicht gegen R. Bun, sondern gegen R. Ismael gerichtet. Red.

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