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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 127

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 127)
Language
German
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122 ergriff, um der rabbinisch traditionellen Auslegung desselben einigen Halt zu geben. Dazu bot das ממחרת הפסח in Jos. gute Gelegenheit; man zwang ihm eben die Bedeutung des 16. Nisan auf, um indirekt daraus merken zu lassen, dass man eben an diesem Tage, der auch nach den Rabbinen ממחרת השבת heisst, das Omeropfer dargebracht. Dem möglichen Einwand gegen diese Schlussfolgerung, den die Gemara in Kid. aufstellt, dass sie bloss darum vor dem 16. Nisan sich der Landesfrucht enthielten, weil sie noch Manna hatten, durfte man wenig Beachtung schenken, wie ja auch die Gemara in R. hasch, a. a. 0. ihn ignorirt hat; denn wo die lange Sehnsucht nach natürlichem Brode endlich gestillt werden konnte, würden sie sicherlich nicht aus freiem Willen mit Manna sich begnügt haben. Dieser Einwand wurde in der That von der Gemara in Kid. auch nur als sehr schwacher Nothbehelf im Sinne des R. Jischmael gegeben, um nur nicht eingestehen zu müssen, dass ממחרת הפסח der 15. Nisan ist.*) Hätten die Talmudlehrer in vollem Ernst מחרת הפסח für den 16. Nisan gehalten, es würde sicherlich keiner der Tanaim, die sich (Menach. 65 a ff.) so peinliche Mühe gegeben haben, die rabb. Auffassung von ממחרת השבת auf so erkünstelte Weise zu demonstriren, so dass selbst Raba (daselbst) die Aeusserung that, dass sie fast alle widerlegbar seien, verfehlt haben, den klar liegenden Beweis aus ממחרת הפסח in Jos. zu führen. Aber der Gemara diente es dennoch, beharrlich darauf zu bestehen, מחרת הפסח bedeute den 16. — obwohl ihr der Muth fehlte, den bibelkundigen Zadukim gegenüber daraus den Beweis für die rabb. Auffassung des ממחרת השבת zu führen — in der Hoffnung, dass rabb. Leser dadurch in ihrem Glauben an die Richtigkeit der rabb. Erklärung von ממחרת השבת gestärkt werden möchten. Dass aber, wie wir gesehen haben, ein Amora im Jeruschalmi sich *) Anerdings bleibt auch nach der richtigen Auffassung des מהדת הפסח als den 15. auf die Frage, warum sie nicht früher von der Landesfrucht ge. gessen, keine andre Antwort übrig als, weil sie noch Manna hatten; allein in diesem Falle ist die Antwort wohl berechtigt, da Jos. nach dem Uebergang über den Jordan, also etwa, wie סדר עולם רבה פי״א annimmt, am 11. Nisan, die Beschneidung vorgenommen, das Volk dann bis zur Genesung 3 volle Tage, d. h. wohl bis zum 14. incl., ruhig im Lager sich verhielt und darum keine Gelegenheit hatte, nach Landesfrucht sich umzuschauen. Anders aber verhält es sich, wenn מחרת הפסח der 16. gemeint ist.

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