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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 126

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 126)
Language
German
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IRI
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121 Autorschaft verraten. Zuerst der jerusal. Talmud. In b. Kidduschin p. 38a wird gegen R. Jischmael, der behauptet, wo die Tora irgend ein Gebot an die Ankunft im verheissenen Lande knüpft, damit die Zeit nach voller Eroberung des Landes gemeint sei, der Vers in Jos. 5 angeführt, wonach die Israeliten von der Landesfrucht erst ממחרת הפסח gegessen haben, und demonstrirt: früher nicht, offenbar, weil sie zuvor, also doch vor der Landeseroberung, das Omeropfer darbringen mussten? und die Antwort lautet: sie assen früher nicht von der Landesfrucht, keineswegs weil sie nicht durften, sondern weil sie es nicht nötig hatten, indem sie bis dahin noch von Manna sich nährten. Somit hielt es der Babli für ausgemacht, dass unter ממחרת הפסח der 16. Nisan zu verstehen sei. Ebenso wird in Babli R. haschana 13 a kurzweg, aus dem angeführten V. in Jos. — allerdings stillschweigend gegen die von der Mehrzahl bestrittene Ansicht des R. Jischm. — der Beweis geführt, dass man sofort bei der Ankunft in Kanaan das Omeropfer dargebracht, ohne dass der Vertheidigung der Gemara in Kidd. für R. Jischmael gedacht wird. Nun hält R. Bun d. i. Abun (j. Challa Perek 2 bereits von Tos. in R. hasch, daselbst angeführt) ebenfalls diesen V. in Jos. der Ansicht des R. Jischmael entgegen, fügt aber zweideutig fragend hinzu: ist dies ממחרת הפסח nicht gemeint den 16. Nisan? worauf R. Elasar: nein, es kann nur der 15. sein, und beweist dies aus 4. B. M. 33. 3, wo es heisst, Israel sei ממחרת הפסח aus Mizrajini gezogen, was doch am 15. Nisan war. Ist es nicht im höchsten Grad auffallend, dass die babyl. Gemara einen so bekannten und in dieser Frage so klar entscheidenden Bibelvers sollte übersehen haben? Bereits A. Esra, angeführt bei Tos. in R. hasch, daselbst, hat seine Verwunderung darüber ausgedrückt, und was R. Tarn bei Tos. daselbst zur Rechtfertigung der Gemara dagegen vorbringt, bedarf sicherlich keiner Widerlegung. Abgesehen von der entsetzlichen Geschraubtheit spricht schon die Stelle 2 B. M. 12. 51 klar gegen ihn. Der sonst so grade denkende R. Tarn wurde sichtlich auch nur im Angstschweiss der Nothwehr zu solcher Unterhandlung mit seinem exegetischen Gewissen gedrängt. Es scheint aber, dass man talmudischerseits in dieser brennenden Frage über die Bedeutung des ממחרת השבת, wobei sich die Rabbinen stets im Gedränge gefühlt haben, gerne jede noch so wankende und wenn auch nur scheinbare Stütze

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