Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 124)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2418846-2418851--0599-2419488- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
119 26) der voll sekel macht den kranken gesund — die schwachen macht er ein festen grund — der kegen gelts inangel is ein tötliehe wund — kein erz kann helfen vor die schlimmaslig 22) stund. 27) gute junge hunt von böse alte hunden — werden gar selten gefunden — das alt Sprichwort bleibt war — es wert kein guter pelz gemacht aus böse har. 28) grosse herren un’ schöne frauen — soll man wol dinen un’ übel trauen — denn ihr herz is as wie ein bad haus — einer get ein der ander get aus. 29) der sod23) ist ein gefangener dein — wenn du ihn halst vor dich allein — sagst du ihm ober weiter so mustu sein gefangener sein — drum sagt das Spruch wort in der weit — der da will reden als was ihm gefeilt — der muss leiden und hoeren was ihm nit gefeilt. 30) jeder vogel singt sein gesang — der kreps get sein gang — un’ der nar bleibt ein nar sein lebe lang. Diese Sprüche sind sicherlich nicht von dem Verfasser selbst er״ dichtet, sondern zusammengetragen. Sie sind theils aus älteren Werken geschöpft, theils dem Volksmunde entnommen. Man kann sie daher als ältere Sprachdenkmäler betrachten, zumal die jüdisch-deutsche Redeweise in ihrer alten Urwüchsigkeit verharrend, im Laufe der Zeit nur sehr wenige Veränderungen erfahren. 22) unglücklich. 23) Geheimniss.