Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 109)
- Language
- German
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un* auf bei stuedel45) deines haus — wenn du gest ein oder ausun’ gedenk dass du bist gottes knecht — so werden dein Weg hie un’ dorten schlecht46)-wenn du sagst boruch47) so buk dich bal nider — un’ an dem schem48) rieht dich lanzum49) auf wider — in ausche schulaum50) soltu dich beigen51) — un’ gegen dem uron hakodesch52) neigen — dreie schritt schreit hinder53) deich54) — un’ soll an sein stat55) nit wider gen as gleichin der schul soltu nit reden oder heren schemuoth56) die man seit57) — un’ mit tun huet dich die weil man leit58) — sizen bei dir die 45) Ygl. stuodel ahd. stuodal, stodal mit der Bedeutung Pfosten. In slavischen Ländern nennen die Juden Scheuern studel. Zunz gesammelte Schrift. III. S. 257 merkt falsch ein Wort Beiständel für מזוזה aus Särtels — riehtiger Schärtlens — Glossar vom Jahre 1604 an. Dort heisst es bei stuedel und ist mit unserem Worte identisch, da stuedel Pfosten dem hehr. מזוזה entspricht. Mose Schärtlen hat in seiner Jugend in Friedberg gelebt. Sein Glossar bietet des Interessanten gar viel, so finden sich z. B. in demselben Ausdrücke wie spreitung, gewaltigen, beheften, leichtung, unträchtig, geiz-vogel, beleiten, eidum, lugin für Schlauch (aus dem lat. lagena) hälftlich, achpern, beschälken (vgl. Grimm s. v.) wälgrin (vgl. walgern, welkem, weigern) bereileft, ertracht, lugen, lugung. 46) Ygl. sieht schlicht gut recht — vgl. Beispiele aus dem ״buche d. e. lebens:“ so gedenkstu dass du bist des baureh knecht — un’ gest die weg die da sein schlecht.-ach mit goim (Nichtjuden) soltu um gen mit Wahrheit un’ schlecht — von deinen wegen möcht die torah werden ver schmecht.-ach sein seiner namen vil du weisst nit wo an du sperst recht — darum sei mit deinen Worten fest un’ schlecht. 47) Gelobt sei. 48) Name Gottes. 49) Neben lancsam laneseim laneseme ist auch die Form lanzum zu verzeichnen. 50) Der Frieden schaffet. Stelle im Gebete. 51) Die Form für bücken, welche auch Albertus hat ist von Wichtigkeit. 52) Heilige Lade. 53) Ygl. Lexer s. v. hinder. 54) Deich ist sonst gleich daz ich. Ygl. Wackernagel Altdeutsches Lesebuch hierüber. s5) Stat ist gleich Stand. Stat und Ständer nennen die Juden häufig noch getrennt von einander stehende Betpulte, die nicht befestigt sind. 56) Berichte, Erzählungen, Nachrichten. 57) Sagen auch segen cont. sein. Contr. formen seist seit vgl. Lexer. 58) Die contrahirte form lein von lesen ist unbekannt. Ganz so wie von seget, seit so ist von lesen, leil gebildet.