Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2418846-2418851--0569-2419458- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
bald verdeckt sich spottend über jene Männer zu äussern, die, obgleich tüchtige Kämpfer auf den Schlachtfeldern der Halacha, in Bibel, Grammatik und Geschichte Fremdlinge waren und, hitzige gelehrte Wortkämpfe führend, mit ihrer Sprach- und Redeweise, die nichts weniger als schön genannt werden konnte, jeden nur halbwegs mit der Bildung seiner Zeit Vertrauten abstossen mussten. In der Hoffnung, dass die jüdisch-deutsche Literatur früher oder später in ihrer Gesammtheit gesichtet, erforscht und behandelt werden wird, sei im Folgenden der Versuch gemacht, durch einzelne Proben aus derselben das Interesse für sie in weiteren Kreisen anzuregen. I. Ein ganz unbekanntes jüdisch-deutsch-hebräisches Glossar aus dem Jahre 1556. Das Glossar, welches hier folgt, befindet sich unter anderen hebräischen Handschriften desselben Verfassers, der Jehuda b. Benjamin Deckingen hiess, und auch Leva Rockhausen*) genannt wurde. Derselbe war als Hauslehrer thätig und neben den zwei bereits genannten Orten ist noch Rüsselsheim zu erwähnen,' wo er einige Zeit gelebt hat. Das Jahr der Abfassung ist 1556 (5316 a. in.). Neben dem deutschen Worte steht das betreffende hebräische. Das Glossar, fünf Quartseiten umfassend, scheint zu dem Zwecke abgefasst worden zu sein, um aus dem Deutschen in’s Hebräische übersetzen zu können. Die deutschen Wörter, in alphabetischer Ordnung auf einander folgend, bestehen aus Eigennamen und Bezeichnungen von Thieren, Früchten, Waffen und Geräthen, sowie aus solchen für einzelne Theile des menschlichen Körpers. Bevor wir jedoch an das Glossar selbst gehen, mögen hier noch zwei handschriftliche ״Beschreiungsformeln“, die in demselben Codex sich finden, folgen. Die erste derselben (a) ist, nebstdem dass sie in hebräischen Schriftcharakteren gegeben ist, auch in deutschen Schriftzügen in demselben Codex vorhanden und lautet: a. Guten morgen fraua sonna, du bist all der weldt ein wona. Wir püten dir bey dem allmächtigen gott 1ית׳) undt bey den 2ספר תורת) 0 Geloht sei er. 2) Bücher der Lehre. *) Siehe Nachbemerkung S. 97.