Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
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Erzkanzler des deutschen Reiches, der Erzbischof von Mainz, glaubte auf sie Ansprüche zu haben und ebenso die Stadt Frankfurt selbst, da sie ihr verpfändet resp. verkauft wurden. Wir wollen hier eine Episode schildern: Am 10• Juny 1212 erliess Kaiser Otto an den Vicedom von Rüstenberg die Notification, dass er den Erzbischof von Mainz mit dem Judenschatz in seinen Landen belehnt habe. (Vergl. Schönemann Codex der practischen Diplomatie I. Th. S. 160.) Am 12. August 1347 versprach Ludwig von den Juden zu Frankfurt bis Martini und dann zwei Jahre keine Steuer zu nehmen (siehe Böhmer: Urkundenbuch der Reichsstadt Frankfurt.) Am 13. März 1349 verpfändete Carl IV. die Juden zu Frankfurt dem Erzbischof zu Mainz. Die Urkunde, die nur in Abschrift vom 16. July 1723 vorliegt, lautet:*) Litera Confirmationis Domini Regis Super contingentis et quadraginta florenis recipiendis annuatim Super Judaeis in Frankfurt et ungelt et alys per Dominum Moguntinum. Wir Carl etc. Verjehen und bekennen öffentliche in diessem brieve, dass der Erwirdige Gerlach Ertzbischoff zu Meintz unsser lieber fürst und Neve und ein iglicher Ertzbischoff zu Meintze von seines und sins stiffts wegen hat und haben soll ewiglich vnd alle jar, jerlich uff unssern juden gemeinlich in... unsser statt zu frankfurth alfs auch sine Vorfare gehabt hant, acht hundert pfund heller und vierzig pfund, die da fallende sint. Vnd das ungelt halbis um der statt zu frankfurth. Vnd was Er und sine Vorfahren Erzbischoffe zu Meintz Rechtis handt und haben füllend nach den brieven die sie bant vnd yn gegeben sint von vnssern Vorfare selicher gedechtnis Römischer Königen und Keyssern und bestedigen und bevesten yn die in diessen gegewertigen brieven noch aller der wysse, 4als sie yr gegebin sint und gebedin unsern bürgern der Egru (?) unsser Statt und auch unsere Juden alda selbis by unsern Hulden, dass Sie dieselben gelde und Recht bezaln, gebin und halden yme vndt seinen *) Vergl. Schwab diplomatische Geschichte der Juden in Mainz, der eine andere Urkunde citirt.