Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
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hebräischer Sprache dargestellt war. Auch eia Passus, an dem ein Uebersetzungsfehler sich bemerkbar macht, führt auf dieselbe Vermutung170). Der Theodotion’sche Text ist so gestaltet, dass er sich ohne Mühe hebräisch wiedergeben lässt. Begriffsausdruck, Satzbau und Ton der Erzählung sind durchwegs biblisch. Auch in dem Septuagintaltexte hebraisirt das Griechische in ziemlich auffallender Weise und einzelne Wörter und Ausdrücke, die eher der griechischen als der hebräischen Literatur entnommen zu sein scheinen, können darauf zurückgeführt werden, dass das Original gerade nicht verbotenus wiedergegeben wurde. Die Annahme, dass Judäa das Heimathsland der Susanna-Schrift ist, und dass sie demnach ursprünglich hebräisch bearbeitet war, kann daher ohne Bedenken aufrecht erhalten werden. Durch die Entdeckung der ältereren Quellen und der historischen Beziehungen der Susanna-Schrift ist eine Perspective eröffnet, die uns zeigt, auf welche Weise Hagadas und apokryphe Erzählungen sich gebildet haben. Der Verfasser der Susanna-Geschichte verschweigt die Namen der Aeltesten, die in der Bibel genannt werden, und giebt dafür seiner Heldin einen Namen nach einem ihr zugeschriebenen Ausspruche, damit man nicht merke, dass er eine alte Geschichte in neuer Bearbeitung vortrage. In Talmud und Midrasch muss die Tradition sich wesentliche Aenderungen gefallen lassen. Man wird danach ermessen können, von welchen Gesichtspunkten hagadische Berichte und apokryphe Schriften zu betrachten sind, wenn ihr Ursprung erkannt, ihr Inhalt verstanden und über ihre Entstehungsgeschichte Licht verbreitet werden soll. 70) S.sAnm. 83.