Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
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von Alexander Jannai begünstigten Sadducäern, (94—89 ante) einmal die Erbitterung seiner Gegner in dem Masze gegen sich erregt hatte, dass sie seinem Sohne nach dem Leben trachteten. Aus dieser Zeit stammt somit auch das Susanna-Buch, das die Bestimmung in sich trägt, jenen Justizmord zu verurteilen und auf die Corruption der Gerichtspflege, bei der Solches Vorkommen konnte, hinzuweisen. Sowol der Stoff, aus dem die Susanna-Erzählung gebildet ist, als auch die Tendenz die aus ihr hervorleuchtet, lassen nicht daran zweifeln, dass sie eine Pflanze aus palästinischem Boden ist. Dennoch hat es bisher fast als ein Axiom gegolten, dass sie das Werk eines Alexandrinerssei. Frankel163) fand in dem Susanna-Buche ״eine alexandrinische Liebesgeschichte“ dargestellt. Grätz164)hat den Hintergrund der Erzählung ״halb und halb errathen“ aber die Paronomasien in den Reden, die Daniel i!1 den Mund gelegt werden, bestimmten ihn zu dem Urteile, dass der Verfasser kein Judäer gewesen und daher von einer Tendenz, die Einführung eines strengeren Zeugenverhörs zu befürworten, hier nicht die Rede sein könne. Sehen wir uns aber diese Wortspiele näher an, so wird die Möglichkeit, dass sie auch in einem hebräischen oder aramäischen Grundtexte ersichtlich gewesen seien, gar nicht so in der Ferne zu liegen scheinen. Der eine Zeuge sagt aus, das Debet sei unter einem Mastixbaume (g%ivo$), der andere, es sei unter einer Steineiche (rtqlvog) verübt worden. Darauf erwidert Daniel dem ersteren, der Engel Gottes werde ihn zerspalten (o^Lou), und dem letzteren, er werde ihn zersägen (tvqlggl). Nun war der Mastixbaum weder in Babylonien noch in Palästina heimisch und wurde auch die Steineiche nicht in Gärten gepflanzt. Es ist also schon sonderbar, dass der Verfasser der Erzählung darauf verfällt, solche Bäume zu nennen. Da die Susanna-Geschichte sonst nichts Fremdartiges an sich trägt, so kann auch hier nicht etwas Ungewöhnliches angegeben worden sein. Man kann schon deshalb annehmen, dass in dem Grundtexte Bäume, die in Gärten Vorkommen, genannt waren, und dass der griechische Vertent, um die paronomasirende Redeweise, die daselbst aus einem bereits angedeuteten Grunde gebraucht wurde, nachzuahmen, andere Bäume nannte, deren Bezeichnungen eben den Lautstoff für ähnliche Wortspiele enthielten. In den 163) Monatsschr. a. a. 0. 164) Gesch. Hl2, S. 445. 6*