Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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53 herumtrug, es eingesehen haben, dass man es mit dieser im Volke so mächtigen Partei nicht verderben dürfe. Er selbst hatte schon zu sehr ihren Groll und ihr Misstrauen auf sich geladen, als dass er sich ihnen hätte entgegenkommend zeigen können, aber er verhinderte es nicht, dass Simon b. Schetach die Sadducäer im Svnhedrium offen bekämpfte und ihnen da eine Niederlage nach der andern beibrachte 132). Als dann nach Januars Tode (7. Kislev 79) 133) Salome zur Regierung gelangte, gewann die Partei, an welche anzuschliessen sie Neigung und Ursache hatte, vollends die Oberhand. Durch Simon b. Schetaeh’s eifriges Betreiben wurden die Sadducäer bald aus dem Svnhedrium hinausgedrängt134) und durch die Pharisäer, die an ihre Stelle traten, eine Rechtsordnung , eingeführt, welcher das schon unter Hyrkan in Kraft getretene sadducäische Strafgesetzbuch weichen musste (4. Tarnmus 78?)135). Simon b. Schetach war von einem wahren Feuereifer 132) In Fastenchronik c. 10 wird berichtet, dass Jannai und Salome den Synhedrialverhandlungen beiwohnten, als Simon b. Schetach den Sadducäern die Grundlosigkeit ihrer recht- und religionsgesetzlichen Theorien nachwies. 133) Grätz weist (Gesch. III2, S. 427) bereits nach, dass der Scholiast zur Fastenchronik (c. IX und XI) den Todestag Herodes mit dem Jannai’s verwechselt. Diese Annahme wird durch die richtige Bemerkung Schmilg’s (Ueber Entstehung und historischen Werth des Siegeskalenders S. 19), dass derselbe an letzterer Stelle dasselbe referirt, was Josephus über Herodes (ant. 17, 8, 2 b. j. 1, 33, 6), zur Gewissheit erhoben. Grätz erblickt in dem Datum (2. Schebat) für Herodes Tod einen Widerspruch ״mit Josephus Angabe, dass die siebentägige Trauer um Herodes erst gegen das Passafest zu Ende gieng (ant. 17, 8, 4)“ allein derselbe besteht nicht, denn die Trauerwoche war längst zu Ende gegangen, als nach ant. ib. 6, 3 das Passafest herannahte. Nach der LA. in Zeda la-Derech 5, 1, 8 wird in der Fastenchr. der zwanzigste Schebat als Todestag Jannais (d. i. hier Herodes) bezeichnet. 134) In Fastenchr. c. 10 wird die Notiz by בעשרים ושמנה בטבת יתיבא ננישתא ״) דינאam 28. Tebet war die Synagoge d. i. das Synhedrium wieder rechtmassig constituirt“) richtig dahin erläutert, dass, nachdem Simon b. Schetach dadurch, dass er den Sadducäern die Verläugnung ihrer eigenen Rechtsbasis nachgewiesen, sie im Synhedrium unmöglich gemacht, dasselbe aus Pharisäern zusammengesetzt wurde. רעתה by וישבה סנהדרין und somit so constituirt war, dass seine Beschlüsse Gültigkeit haben konnten. 135) Ib. c. 4 בארבעה עשר בתמוז עדא ספר גזירהא (nach Zeda la־Derech ib. geschah dies am 7. Tamus) Grätz (a. a. 0. S. 424) versetzt dieses Factum mit Recht in die Regierungszeit Salomes, wie er denn auch den richtigen Grund