Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 56)
- Language
- German
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war, eine vermittelnde Rolle zu spielen, aber schon damit, dass er den damals so mächtig gewesenen Saddueäern sich nicht offen anschloss, ihren Gegnern in die Hände arbeitete. Simon b. Schetachs Anstrengungen waren vergeblich, bald sollten die Sadducäer allein das Feld behaupten. Eine Beleidigung, die einst dem Könige am Hüttenfeste im Tempel von den pharisäisch gesinnten Volke zugefügt wurde128), brachte ihn gegen diese Partei so in Harnisch, dass er einen wütenden Vernichtungskainpt' gegen dieselbe begann. Die pharisäischen Lehrer flüchteten, so weit sie der Verfolgung entkommen konnten, iiTs Ausland und hielten sich in Orten, in denen sie sich vor Nachstellungen geschützt glaubten, auf. Jehuda b. Tabbai liess sich in Alexandrien nieder und kehrte erst nach Jahren auf die Einladung Simon b. Schetachs wieder nach Jeru- Bet-din bekleidete. Später vertauschten sie ihre Stellen und darum behauptet wohl R. Jehuda (Tos. Chag. c. 2 vgl. b. Chag. 16b, j. Chag. 11, 2), dass Simon b. Schetach der Nassi gewesen (ד יהודה אומר שמעון בן שטח נשיא יהודה בן טבאי אב ביה דיי). Man hat den Umstand übersehen, dass auch in Abot (vgl. Ab. di R. Nat. c. 10) Jehuda b. Tabbai als Nassi iigurirt. Darum ist es nicht so sicher, wie Landau (Frankels Monatsschrift 1850, S. 207) annimmt, dass er nie Synhedrialpräsident gewesen. Er bekleidete die Würde eines solchen, wie noch weiter durch andere Momente gezeigt werden soll, vor Simon b. Schetach und es steht fast nichts im Wege, ihn mit dem Essäer Juda zu identificiren, der nach Josephus (ant. 13, 11,2) den Tod des Antigonus vorhergesehen hat. 128) Yg! Grätz Gesch. d. Juden III2 Note 13. Nach Jos. ant. 13,13,5 schleuderte das Volk dem Alexander, wie einst ein Pharisäer seinem Vater Hyrkan, den Vorwurf entgegen, dass er der Sprössling einer Kriegsgefangenen sei (*ne; ££ aix^taXibrov yeyovöra). Dies wird auch durch den talmudisehen Bericht (Kid. 66 a) bestätigt, in welchem der Hyrkan angehende Vorfall auf Jannai übertragen wird. Der letzte Satz desselben ויהד» בל חכמי ישראל והיה העולם משתומם עד שבא שמעון בן שטח והחזיר את התורה ליושנה führt in Kürze aus, was nach dem Zerwürfnisse Hyrkans mit den Pharisäern sich noch unter Jannai begeben hat. ״Alle Weisen Israels wurden erschlagen, es schien die jüdische Welt zu veröden, bis Simon b. Schetach kam und die Lehre wieder zu ihrem früheren Ansehen emporbrachte“ (vgl. J. Brüll Einl. in d. Mischna S. 21). Diese Ereignisse stehen mit jenem Factum nicht in unmittelbarem, sondern nur in causalem Zusammenhänge. Unter Johann Hyrkan mussten die Gesetzeslehrer wegen des Vorwurfs, den sie ihm gemacht, von ihm sich trennen (ויבדלו חכמי ישראל בזעם), aus demselben Grunde wurden sie später, — d. i. unter seinem Nachfolger — erschlagen. 4*