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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 55

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 55)
Language
German
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IRI
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50 allein beschränkt haben, einer verbesserten Methode des Zeugenverhörs Eingang zu verschaffen. Es wurde damals noch um andere principielle Fragen des jüdischen Rechtes, welche einer verschiedenen Auffassung unterlagen, ein lebhafter Kampf geführt, und zwar ist es wiederum Simon b. Schetach, der auf der einen Seite als Führer und endlich auch als Sieger erscheint. Sollten in der Susanna-Schrift, so weit es sich bei der Erzählung, die ihren Inhalt bildet, thun liess, nicht auch diese irgendwie berührt sein? Wir müssen, um darüber Gewissheit zu erlangen, diesen Fragen näher treten und die Situation zur Zeit, als der Kampf um sie geführt wurde, uns vergegenwärtigen. Das Auftreten Simon b. Schetach’s fällt mit der Zeit zusammen, in der Alexander Jannai, der Genial seiner Schwester Salome, den judäischen Königsthron bestieg (106 ante). Damals war der schon lange bestehende Gegensatz zwischen den Sadducaern und den Pharisäern in eine offene Fehde übergegangen. Johann Hyrkan, Jannai’s Vorgänger, dessen Ungunst letztere sich zugezogen, hatte, den Sadducaern wie im Allgemeinen auch die Oberhand im grossen Synhedrium verliehen, so dass dieses ganz von Männern aus ihrer Mitte besetzt war. Durch das nahe Verwandschaftsverhältniss, in welchem Simon b. Schetach zu dem Könige Jannai stand, hatte er, der Pharisäer, ausnahmsweise einen Platz in demselben. Seine Schlagfertigkeit im Antworten, seine dialectische Gewandtheit und sein Wissensreichthum erwarben ihm eine gewisse Beliebtheit und Gesandte aus dem Partherreiche, welche einst bei Jannai zu Gaste waren, erinnerten sich noch nach langer Zeit an den Synhedristen, der die Tischgesellschaft mit seinen geistreichen Aussprüchen unterhalten126). Mit gewohnter Energie richtete Simon b. Schetach hauptsächlich dahin sein Streben, die Sadducäer aus dem Synhedrium zu verdrängen und seinen Parteigenossen allein Sitz und Stimme hier zu verschaffen. An der Spitze desselben scheint damals Jehuda b. Tabbai gestanden zu sein 127) der, zu keiner der beiden antagonistischen Partheieu gehörend — vielleicht gar ein Essäer — geeignet 126) נהירץ אנן דד״וח ד-כא חד סב ואמר לן מילי דאוריתא (Genes, rab. c. 91 und Parallelstellen. Dass זקן סב hier Amtstitel ist, braucht kaum bemerkt zu werden. 127) Jehuda b. Tabbai wird so wohl in M. Abot 1, 8 als auch ib. Chag, 2, 2 vor Simon b. Schetach genannt, er muss also einmal Synhedrial-Präsident gewesen sein, währenddem Simon b, Schetach das Amt eines Ab*

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