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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 53

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 53)
Language
German
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IRI
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Welch ein Missbrauch aber zur Zeit Simon b. Scbetachs mit dem Testimonialrechte getrieben wurde, wie man sich eines unliebsamen Gegners am Besten dadurch entledigen konnte, dass man ihn durch zwei falsche Zeugen eines Verbrechens anklagen liess, das die Todesstrafe nach sich zog, hatte dieser an einem Falle erfahren, der ihn persönlich sehr nahe angieng. Simon b. Schetach hatte durch den Eifer, den er in einer nicht weiter bekannten Angelegenheit entwickelte, den Zorn einer bösen Clique gegen sich erregt. Um an ihm ihre Rache auszulassen, stellte sie zwei Männer aus ihrer Mitte auf, welche seinen Sohn eines mit Todesstrafe belegten Verbrechens vor Gericht beinzichtigen sollten. Diese übernahmen diese Mission, ihre Aussage wurde als glaubhaft angenommen und danach der Angeklagte zum Tode verurteilt. Schon sollte das Urteil an ihm vollstreckt werden, da äusserten sich die Zeugen, ihre Angaben wären erlogen gewesen. Simon b. Schetach wollte auf Grund dessen seinen Sohn wieder zurückführen lassen, damit durch eine erneuerte Verhandlung seine Schuldlosigkeit auch gerichtlich ausgesprochen werde, aber der Verurteilte bedeutete ihm, er wollte lieber den Tod erleiden, damit ein Exempel statuirt werde, auf welche verkehrte und ungerechte Weise von den Synhedrien die Justiz gehandhabt werde. ״Vater“ sprach er, ״willst du, dass durch dich Hilfe komme, so behandle mich wie eine Schwelle (über welche man hintritt) 122)“. ln seinem letzten Bekenntnisse, in welchem er nach Art der Verurteilten, die sich ihrer Schuld nicht bewusst glaubten, für sich Sühne und für das Richtercollegium Verzeihung erflehte123), läa) J. Synh. 6, 3 (Jalk. II G88) שמעון בן שטח היו ידיו חמומוה אתא סיעת ליצנין אמרי הבו עצה ניסהוד על בריה ונקטליגיה אסהידו עלוי ונגמר דינו ליהרג מי נפק למתקטלא אמרי ליה מרי שקרין אגן בעא אבוי מחזרתיה אמר ליה אבא אם בקשת לבוא תשועה על ידך עשה אותי כאסקופה. Die Worte עשה אותי כאסקופה (s. Derenbourg Essai sur l’histoire p. 106 11. 4) erhalten ihren Sinn nach Derech Erez c. 1 היה כאסקופה התחתונה שהכל דשים בה ״)sei wie eine Schwelle, über welche alle hintreten“). ״Eine Schwelle sein“ d. h. demutsvoll Alles über sich ergehen lassen, sich zum Opfer hingeben. 123) Nach M. Synh. 6, 2 legte der zum Tode Verurteilte auf dem Wege zur Richtstätte ein Bekenntniss seiner Schuld ab. Glaubte er aber? dass er unschuldig sei, so sprach er: ״Möge mein Tod .mir eine Sühne für alle meine Sünden sein“. Die Ehrenerklärung an die Zeugen und Richter geschah wol nach 6, 10 (ib.) erst später 1durch die Verwandten des Hingerichteten, manchmal aber sprachen diese selbst Verzeihung für sie aus, wie dies aus den in der folgenden Anmerkung angeführten Worten des Sohnes

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