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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1877-01-01 · III. (1877) · page 50

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
III. (1877)
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 50)
Language
German
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Urteil desselben corrigiren soll, auch noch drei anderen Personen in dieser Erzählung eine Rolle zugetheilt werden. Die Angeklagte ist Susanna, die Zeugen sind die beiden Aeltesten. An Beweisen dafür, dass es dem Verfasser der Susanna-Erzählung darum zu thun war, gewisse Mängel an dem Justizverfahren, das zu seiner Zeit in Gewohnheit war, zu rügen, ist in dem Buche selbst kein Mangel. Schon der eine Umstand, dass er aus Achab und Zidkia, die sonst Lügen- Propheten oder arglistige Aerzte sind, Richter macht, die gegen die Frau, durch welche ihr verbrecherisches Treiben an den Tag kömmt, falsches Zeugniss ablegen, spricht so laut für diese Vermutu^|fdass man nach weiteren Argumenten zu ihrer Begründung nicht erst zu suchen brauchte. Allein sie springen zu sehr in die Augen, als dass man sie übersehen könnte. Ein Richter wird auch Daniel, der sonst mit judiciellen Dingen nichts zu schaffen hat. Die ganze Handlung des Buches wickelt sich zumeist im Gerichtssaale ab. Zwei Bibelstellen, welche in demselben angeführt werden, um einzelne Angaben zu belegen, enthalten eine Mahnung zur Gerechtigkeit im Urteile, ja eine derselben wird nicht ihrem Wortlaute, sondern ihrem Inhalte nach wiedergegeben und so gefasst, dass man eine solche aus ihr herauslesen muss. Dem ersten der beiden Aeltesten schleudert Daniel den Vorwurf in’s Gesicht, er habe über Gerechte den Tod verhängt und die Schuldigen frei gemacht, währenddem der Herr gesagt hat: Den Unschuldigen und Gerechten sollst du nicht umbringen (2. B. M. 23, 7)ln). Die beiden Aeltesten gehören zu der Sorte von Richtern, von der es heisst: Von Babylon gieng der Frevel aus von Aeltesten-Richtern, die sich darin gefielen, dass sie das Volk regierten115*). Auch die indirecte Anführung des 117) V. 53. 118) V. 5 7c€qI wv iXdlrjaev 6 deorcMiig, Mt i^rjkdev dvoftua ix Baßvhovog ix 7CQ£GßvT€Q10v xqitüjv, 01 iöoxovv xvßeQväv tov Xctöv. Die Erklärer erblicken in diesem Citate einen Hinweis auf Jer. 29, 22, wozu die LA. der LXX. in v. 23 (Anmerkung 17) stimmen würde, allein dabei müsste man annehmen, dass die Stelle in ganz freier, ja gradezu unrichtiger Weise wiedergegeben wurde. Der Wortlaut spricht mehr dafür, dass dieser Ausspruch durch Combination der Worte זאת הרשעה, זאת האיפה היוצאת und בארץ שנער (Zach. 5, 6, S u. 11) construirt wurde. In dem ״Massgefässe“, das ״hinausgeht“, befindet sich die ״Ungerechtigkeit“ (äv0f.uce LXX), die im Lande Sinear (Babylon) ihre Heimath hat. '״Aus Babylon gieng die Ungerechtigkeit

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