Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2418846-2418851--0523-2419412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zwar gerade nicht darauf hin, dass es in der Absicht ihres Verfassers gelegen war, diesem Gedanken Gestalt und Ausdruck zu geben, doch ist die wol schon in früherer Zeit hinzugekommene Schlussbemerkung als ein directes Zeugniss dafür anzusehen, dass man die Erzählung mehr für eine moralische als für eine historische ansah. Man fühlte es ihr an, dass sie unter dem Gewände der geschichtlichen Dar- Stellung eine Lehre berge, auf deren Bekanntmachung ihr Verfasser es abgesehen hat, und suchte daher den Gedankenkern, der in ihr eingeschlossen liegt, an’s Licht zu bringen. Eine Tendenz liegt nun der Susanna-Schrift sicherlich zu Grunde. Nicht umsonst hat der Verfasser derselben an den tradirten Berichten so wesentliche Aenderungen vorgenommen und durch eine eigenartige Mischung ihrer Elemente sie so umbildet, dass die Verwandtschaft seiner Er- Zahlung mit der Originaltradition erst bei näherer Betrachtung bemerkbar wird. Wer eine Geschichte, die im Allgemeinen nicht unbekannt ist, in auffälliger Y^eise ändert und in vielfacher Hinsicht anders darstellt, als sie sonst erzählt wird, muss doch gewiss dabei seine bestimmten Gründe haben. Die Frage nach der Tendenz der Susanna-Erzählung ist daher durchaus berechtigt, ja wir werden, so wenig zutreffend auch die Schlussbemerkung in dem Septuagintaltexte zu sein scheint, diese Tendenz auch in der Richtung zu suchen haben, die durch dieselbe angedeutet wird. Aus der Beobachtung eines in der Susanna-Schrift deutlich hervortretenden Contrastes ist die in derselben ausgesprochene Vermutung hervorgegangen. Die Verläumder sind ״zwei Alte,* der eine wird ausdrücklich ״ein in sündhaftem Leben Gealteter* genannt, der Richter, der Susanna’s Unschuld an’s Licht bringt, Daniel, aber ist ein ״Jüngling*115). Dem letzteren zu Ehren ist das Buch in die Sammlung der heiligen Schriften eingereiht worden. Man sollte es erfahren, wie r€Q0vg, evGeßrjGovGi ydo v6wt€qoi xcä 60tca ev amolg nve1\uct htiGrrj/iirjg yial GvveGeiog dg cäCovct cdCovog. Der erste Vers scheint eine Hinweisung darauf zu enthalten, dass der Patriarch Jacob seine jüngeren Söhne Joseph und Benjamin, und dann auch von den Söhnen des ersteren den jüngeren, Ephraim, bevorzugte. Das vlovg dvvarovg fasst Simon de Magistris z. St. richtig auf, indem er es durch ב;י חיל wiedergiebt. 115) Die Aeltesten werden 7״ZQ€GßuT€()01“ Daniel ״V€1t>t€Q0g (in Th. 45 sogar 7ccuöaQ10v veioregov) genannt, vgl. S. 52 *cd 7tQ0Grjyayov rov TtQegßmeqov Tip veioTeqip.