Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
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35 geht in den Garten zu einer Zeit, in der sie sich in demselben allein glaubt, um daselbst ein Bad zu nehmen. Aber die Aeltesten sind da irgendwo verborgen und überraschen sie mit ihrer Anwesenheit, als sie eben ihre Dienerinnen ausgesendet hat94). Ueber das, was jetzt im Garten vorgegangen, geht die Septuaginta, da sie überhaupt nur so viel erzählt, als zum Verständnisse der Gerichts- Verhandlung, deren Darstellung bei ihr den grössten Theil des Buches einnimmt, notwendig ist, kurz hinweg; recht ausführlich wird hier aber wiederum Theodotion. Wir erfahren, was die Aeltesten zu Susanna, nach dem sie sich ihr angenähert, gesprochen haben95), und Susanna antwortet ihnen nicht blos, dass sie ihrem Ansinnen nicht willfahre, 94) Durch die Anm. 45 angeführten Meinungen jüngerer Hagadisten über den Eingang, durch welchen Susanna zu Jojachin in’s Gefängniss gelangt ist, blickt etwas von der Erzählung des Th’schen Textes durch. In der Susanna- Schrift (Th. 18) wird nämlich berichtet, dass, nachdem die Gartenthüre geschlossen war, die Dienerinnen Susanna’s durch Seitenpforten (xaTa vag rcXayiag dvqag) hinausgiengen, um ihr Salböl und Parfümerien zu holen. Durch diese Seitenpforten kamen die Hausleute herbei, als sie das Geschrei im Garten hörten (v. 26). Der Frage, auf welche Weise die Dienerinnen der Susanna das Gewünschte hätten reichen können, nachdem sie das in den Garten führende Thor geschlossen hatten, ist hier bereits der Boden entzogen. Der Garten hatte auch Nebeneingänge. In früheren palästinischjüdischen Recensionen der Susanna-Schrift scheint man auf die Klarstellung dieser Einzelheit nicht bedacht gewesen zu sein. Die Hagadisten bildeten sich darüber verschiedene Meinungen, welche — vielleicht schon mit mancher Modification — später auf die Bezeichnung des Eingangs bezogen werden, durch welchen Susanna zu Jojachin gelangt ist. Das ganze Stück ומצד שלשלות שלשלוה לו ורבנן אמרי פתחו המעובד ושלשלוה לו (cancelli) לו ר׳ שבתי ,אמר דרך קנקלין ist ohnehin eine spätere Interpolation, wenn sie auch Jechielides (sv. קנקל vgl. Buber Einl. S. XII) schon in der Pesikta, wo (p. 163) gegenwärtig überhaupt die Erzählung von den Maassregeln des Synhedriums zur Restitution des davidischen Hauses sich nicht mehr findet, Vorgelegen ist. Auch die Friseurin (גדלת), die bei der Königin für Jojachin sich verwenden soll, scheint der Susanna-Geschichte, in der eine Dienerin ihrer Herrin beim Gebrauche eines Bades Dienste leisten soll, entnommen zu sein. 95) V. 20, 21. Für GvyKaTd&ov fjfuv hat Syr. Ph. שמעי לן. Desselben Ausdrucks bedienen sich nach der Hagada Achab und Zidkia, wenn sie die babylonischen Frauen zur Unzucht bereden (Synh. 93 a אחאב אמר לה בח אמר ה׳ השמיעי אל צדקיה וצדקיה אמר בה אמר ה' השמיעי אל אחאב Tanchumahat שמעי f.השמיעי vgl. auch Synh. 82 a). 3