Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- III. (1877)
- Date
- 1877-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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aber nichts mehr mit ihm werden, als der Geschichte einen Anfang zu geben, nach welchem dann bei Theodotion auch in dieser selbst Manches verändert werden musste. Wir lernen also zunächst Susanna kennen. Sie erscheint als eine Tochter Chelkias, die von ihren Eltern eine fromme Erziehung erhalten, sie ist schön und gottesfürchtig, und wird die Frau des Joakim, eines in Babylon wohnenden sehr reichen Mannes. Joakim ist der angesehenste unter seinen Stammesgenossen und sein Haus, dem ein grosser Garten sich anschliesst, ist der Versammlungsort derselben76). Ueber die Zeit, in der Susanna gelebt und in der sie ihre Tugendprobe so glänzend bestanden, wird nichts gemeldet. Wie in der Erzählung des Buches Hiob chronologische Bestimmungen fehlen, also auch in dieser Schrift, deren Eingang dem des Buches Hiob nachgeahmt ist77). Mit einem Male hören wir78) — 76) Dass dieser Eingang das Werk einer jüngeren Hand ist, ist klar. Joakim, von dem hier gesprochen wird, hat bei der ganzen Sache nichts zu thun — er ist ja kein anderer, als der ehemalige König von Judäa, der sich im Kerker befindet (s. S. 20) — er ist darum unter den Verwandten, in deren Begleitung Susanna vor Gericht erscheint (v. SO) nicht angeführt. Der Verfasser der Eingangsverse weiss aber, dass Joakim — freilich erst nach seiner Freilassung — eine sehr angesehene Stellung einnahm, dass sein Haus der Sammelplatz der Judäer war (v. 4), denn es waren ihm ja vom babylonischen Könige ausgedehnte Befugnisse und vielleicht auch die Oberherrlichkeit über die Juden'verliehen worden (das.). Er muss aber, da die Geschichte nicht mit den Aeltesten, sondern mit Susanna beginnen soll, etwas von ihr erzählen, darum spricht er von der Erziehung, die sie genossen, die ja bei einer Frau von solcher Tugend natürlich eine strengreligiöse gewesen ist, und von ihrem Manne, der ein hohes Ansehen erlangt hat. Da der Urheber der Susanna-Erzählung überhaupt einen Garten nöthig hat, so findet der Ergänzer gleich Anlass zu erwähnen, dass Joakim auch einen Garten bei seinem Hause hatte, eine Bemerkung, die eigentlich nach dem, was wir später erfahren, ziemlich überflüssig ist. Nach Syr. Ph. 4 war Susanna eine Wittwe, deren Mann bald, nachdem sie seine Frau geworden, aus dem Leben geschieden ist (v. 4), eine Angabe, die schon im 6. Jahrhunderte eine Antwort auf Michaelis Fragen (mos. Eecht a. a. 0. S. 97) sein sollte. 77) Vgl. Sus. 1, 1, 2 (g)0ßovft€vr] tovmjqiov) mit Job 1, 1. Job ist reich und der angesehenste unter allen Morgenländern; auch Joakim ist reich (v. 4) und der angesehenste unter allen Juden (ib.) 78) V. 5.