Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 211)
- Language
- German
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205 zuführen, war die Aufgabe, die er seiner ganzen schriftstellerischen Thätigkeit gesezt, die Tendenz, die er fast allen seinen Werken zu Grunde gelegt hat. Dies lenkte ihn aber von der eigenen Speculation oder wenigstens — da im Mittelalter eine solche überhaupt über Weiterführung der von den griechischen Philosophen vorgetragenen Lehren nicht hinauskam — von einer selbständigen Erfassung der bergebrachten Theorieen, die selbst den Zwiespalt mit überlieferten Dogmen nicht scheut, ganz ab und führte ihn auf den Weg des Eklekticismus, auf dem sich Dinge, die sonst einander ganz ferne liegen, leicht begegnen und vereinen können. Es ist nicht gewiss, oh das zu Ende der vorliegenden Schrift erwähnte דעות הפילוסופים*), in welchem er die einzelnen philosophischen Doctrinen hinsichlich ihrer dogmatischen Correctheit untersucht, noch erhalten ist, man erkennt aber die eklektische Metode seines Studiums auch aus dem Buche über die verschiedenen Stufen der Menschen nach ihrer intellectuellen Ausbildung (ס׳ המעלות), das Zunz im Jahre 1818 mit einer lateinischen Uebersezung herauszugeben beabsichtigte (Etwas über die rabb. Literatur in ges. Schriften I S. 29) und davon im Jahre 1867 der Anfang in der hebräischen Zeitschrift 4 הלבנון, S. 6—8 und 19 — 20 abgedruckt wurde**). Nach dem Standpunkte Palaqueras kann man von dem vorliegenden Dialoge nicht erwarten, dass er in demselben Philosophie und Religion gegen einander in den Kampf stellen wird, um schliesslich diese zum Siege *) Sabbatai Bassista (די No. 25) kennt es als Handschrift, doch dürfte der Ansicht Jellinek’s, dass Cod. Leyden No. 20 nicht, wie Zunz annimmt (Steinschneiders hebr. Bibliographie 9 S. 135) Schem-Tob Ihn Pal. angehöre, sondern das gleichnamige (auch von Bassista No. 26 angeführte) Werk Samuel Ibn Tibbon’s sei, beizustimmen sein, da die Worte ע״ב ראיתי אני שמואל (Steinschn. Katalog S. 63) doch für ihn als den Verfasser sprechen. Abrabanel citirt in der Einleitung zum Leviticus-Commentare (ed. Bashuysen 182 a) einen Saz aus ״dem 8. Abschnitte der דעות הפילוסופים“ ohne den Verfasser zu nennen. Zur Entscheidung dieser Frage müsste übrigens noch Cod• De Rossi No. 164 näher untersucht werden. Das דעות הפילוסופים Isak Albalag’s (angeführt bei Samuel Zarza Mekor Chajim zu Reeh No. 11) ist vielleicht dessen תקון הדעות. **) Das Citat Buxtorfs (Liber Cosri ed. Basel p. 32) findet sich daselbst Seite 20. Eine Beschreibung des ס, המעלות nebst einigen Auszügen aus demselben gibt Dukes (zur rabbin. Spruchkunde S. 75—77).