Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 198)
- Language
- German
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192 lichkeit verbreitet, währenddem er andere, ja sogar ganze Kapitel, mit Stillschweigen übergeht, ist ein Beweis dafür, dass er Dinge, die jedem kundigen Leser selbstverständlich sind, nicht niederschreiben und nur da, wo ihn tiefere Untersuchung zu nicht auf der Oberfläche liegenden Resultaten geführt hatten, sie mittheilen wollte. Die Autorschaft dieses Commentars ist nicht klar, ln einem Epigraphe am Schlüsse des Werkes wird gesagt, dass Jiram Ila- Magdieli, dessen Ansichten auch im Texte (S. 9, 15, 22, 27) angeführt werden und Meir Iia-Adrieli daran gearbeitet hätten.'*) Wahrscheinlich soll dies eine Mystification sein, die den eigentlichen Namen des Verfassers verhüllen und ihn doch andeucen soll. יראם und מאיר scheinen eine Person zu bezeichnen und dann dürfte, da das Vaterland dieses Werkes unzweifelhaft Nordafrika ist,**) ערריאלי auf die Stadt Draa (דרעא) als Heimatsort des Verfassers hinweisen. Der eigentliche Verfasser dieses Werkes, das sich als das Product einer Schule darstellt, hätte demnach Meir v. Draa geheissen. Als das Zeitalter kann man das 10. Jahrh. und zwar die zweite Hälfte desselben ansehen, da in der Notiz, welche dem auf alte Traditionen zurückgeführten Excurse über die Priester-Ordnungen vorangeht, von Saadja (892—942) wie von einem der Vergangenheit augehörenden Gelehrten gesprochen wird***) und dem Verfasser die von *) בספר דיזר, נחעסקו בו יראם המגדאלי ומאיר מעדריאלי פרטן חרטן בשבילי כללות חרטן בנקרת צורים להעמידן וכוי. So ungefähr dürfte diese in barbarischem Hebräisch geschriebene Bemerkung ursprünglich gelautet haben. Der Copist in Cod. Turin verwandelte יראם.. מאיר מעדריאלי in אברם בן מאיר ף עזרא und kam so auf die von K. (Einl. S. 4) in ihrer ganzen Falschheit dargezeigte Vermutung, dass Ibn-Esra diesen Commentar verfasst habe. Ob der Commentar zur Chronik in der Ausgabe der Hagiographen Neapel 1487 aus dem vorliegenden ein Auszug sei (Zunz z. Gesch. u. Lit. S. 566, ist noch zu untersuchen. **) Darauf führt die häufige Anführung der Kairuaner (vgl. besonders S. 18) Saadja’s und Jehuda b. Koreisch’s. ***) Diese Notiz ist nicht ganz correct erhalten. Für וכ״ד ולב דעות ולמסמסת מעמר ist wol zu lesen מסמתא) זנדולה דעות ולמסמסות מעמר ist das aram. Wort für עזרה). Die mehrfach bezeugte Angabe, dass Saadja Jahre lang in Verborgenheit oder Zurückgezogenheit lebte, ist vielleicht daraus zu erklären, dass er eine persönliche Begegnung mit den Karäern vermeiden wollte (vgl. Sahal b. Mazliach’s Sendschreiben bei Pinsker Lik. Kadm. S. 87 וגא חדר בחדר להחבא)