Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 197)
- Language
- German
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191 sagung — keine Urim und Tumim mehr — niemand kennt das Geheimniss. Gott! —) Bei der pleonastischen Ausdrucksweise dieses Verses, in welchem ja auch פי מנאזלהא nur Lückenbüsser ist, ist es gar nicht unmöglich, dass der Dichter das Prädicat durch eine Bestimmung ergänzte, die man in der gewöhnlichen Bede nicht auszudrücken braucht. III. Ein Commentar zur Chronik aus dem 10. Jahrhundert, zum erstenmal herausgegeben von Raphael Kirchheim, nach den Hand- Schriften: A. der Universitäts-Bibliothek in Rostock No. 32, B. der königlichen Bibliothek in Turin No. 124, C. der königliehen Bibliothek in München No. 5, (als Manuscript gedruckt) Frankfurt a. M. 1874 (hebr. Titel פירוש על דברי הימים מיוחס 60 .8° (לאחר מתלמידי סעדיה גאון S. Verdiente diese Schrift schon wegen ihres Alters und ihrer Seltenheit an’s Licht gezogen zu werden, so wird ihre Herausgabe noch mehr durch den nicht unerheblichen Wert ihres Inhalts gerechtfertigt. Wir erhalten in ihr den ältesten Commentar zu den wenig gelesenen und noch weniger erklärten Büchern der Chronik, der nicht nur für das Verständniss der schwierigen Stellen daselbst viel neues und brauchbares Material darbietet, sondern auch manche weitergehende Erörterungen enthält, die an und für sich beachtenswert sind. Der Verfasser desselben macht von der haggadischen Auslegung der Namen vielfach Gebrauch und führt selbst diese Interpretationsmethode weiter, indem er, wo mehrere Namen einen gleichen etymologischen Gehalt haben, darauf schliesst, dass sie nur in verschiedenen Worten eine und dieselbe Person bezeichnen. Dennoch aber sind ihm die im Talmud und in den Midraschim vorkommenden Deutungen nicht immer massgebend. ״An diesem Zeichen erkennst Du an den Sehrifterklärern“, sagt er gegen Ende des Buches (S. 55), ״welcher richtig commentirt und welcher unrichtig. Wer zuerst den einfachen Wortsinn in kurzer Rede darlegt und dann manche Deutung unserer Lehrer anführt, der geht richtig vor. Das Gegentheil zeugt von Stupidität.“ Dass der Verfasser sich über einzelne Stellen mit unverhältnissmässiger Ausführ־־■