Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 195)
- Language
- German
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189 Professor Fleischer, zu seinem jubeltage darbringt, hat diese Schrift den weiteren und allgemeineren Zweck, das Studium der jüdiseh-arabischen Geschichte und Literatur, die zum grossen Theile noch unerforscht ist, von Neuem anzuregen, Uebrigens trägt diese Schrift wie jede echt wissenschaftliche Arbeit ihren Zweck in sich und ist dadurch ihr ein bleibender Wert gesichert, Wir erhalten in ihr nämlich eine ebenso klare als ausführliche Darstellung des ersten jüdischen Schriftstellers in arabischer Sprache, des unter seinen Stammesgenossen fast unbekannten aber bei den Arabern noch heute in grossem Ruhme stehenden Dichters Samauel Ihn Adija, der, etwa ein Jahrhundert vor Entstehung des Islams lebend, durch seine sprichwörtlich gewordene Worttreue und seine zu den Perlen arabischer Poesie gehörenden Dichtungen sich ein hohes Ansehen sowol bei seinen Zeitgenossen als auch hei späteren Geschlechtern erworben hat. Leber seine Thaten finden sich bei Abulfeda und im Kitab algani ausführliche Berichte, die der Verfasser (S. 3—7) in deutscher Uebersezung raittheilt und durch Zusammentragung weiterer Angaben bei anderen arabischen Schriftstellern ergänzt. Den Haupttheil der vorliegenden Schrift bildet die Uebersezung der Kaside in der ersten Pforte der Hamasa, die Samauel zum Verfasser hat, und der dazu gehörenden Erläuterungen Tebrizis (13—30). Dankenswert sind die Mittheilungen über die Familie Samauels, aus der mehrere Dichter (seine Söhne Assureh und Garid und sein Enkel Suba) und Schriftsteller (Darim Sohn IkaFs, Sohn Habib’s S. 5) hervorgegangen sind, und Bemerkungen über manche Einzelheiten, die der Aufklärung bedurften. Dass der Name Heja, den SamauePs Vater führte, mit dem talmudischen חייא identisch ist (S. 34) ist als sicher anzunemen, eine Nebenform desselben ist der Name Hai (האי) und aus dem hier dem He folgenden Alef zu ersehen, dass die Aussprache von חייא C 11aja (nicht Chija) lautete (vgl. auch Rappaport Einl. zu Abraham b. Chija’s Hegjon ha-Nefesch S.LI1I, Ben Chananja 9, Forschungen S. 60). ln SamauePs, wie überhaupt in den jüdischarabischen Dichtungen der vorislamischen Zeit findet sich kein Anklang an jüdische Lehre und Sitte, doch liegt darin keine absichtliche Verläugnung. Samauel betont gegenüber dem Gerede, dass er und die Seinen ״dunkelumhüllten Geschlechtes״ seien (S. 17) ihre Herkunft von edlem Stamme: