Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 188)
- Language
- German
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182 nach der Besiegung Goliat’s seinen dauernden Aufenthalt bei Saul nemen musste (ויקחהו שאול ביום ההוא ולא נתנו לשוב אל בית אביו). Dem Verfasser des 1. Buches Samuel waren eben zwei Relationen über David’s Berufung bekannt, von denen die eine dieselbe seiner Geschicklichkeit im Saitenspiele, die andere sie seiner so gelungenen Heldenthat zuschrieb. Er hat sie nun in der Weise — 17, 14, 15 und 18, 2*) muss man als seine eigenen Hinzufügungen betrachten, — vereinigt, dass nach ihnen David erst eine Stelle an Saul’s Hofe erhielt, die ihn nicht zu einem permanenten Aufenthalte an demselben veranlasste, dass er aber nach der Besiegung Goliat’s ganz demselben angehörte**). Im üebrigen ist der Verf. vorliegenden Werkes durch den regelmässigen und ausgiebigen Gebrauch der alten Versionen, die nicht nur einzelne Dunkelheiten im massoretischen Texte aufhellen, sondern oft durch ein Wort oder eine abweichende LA., die sie aufbewahren, den Inhalt der Quellen beleuchten und ergänzen, zu mancher wesentlichen Entdeckung gelangt. Dieses einfache und wichtige Hilfsmittel der Bibelforschung stand allerdings auch seinen Vorgängern zu Gebote, allein sie haben, indem sie oft zu sehr in der Ferne suchten, das Naheliegende übersehen oder wenigstens nicht so zu beachten und zu verwerten gewusst, wie der Verfasser. Freilich hat auch er sich hierin zuweilen vergriffen. So will er S. 41 Anm. 3 aus der Pescliittho erweisen, dass קרנים (Hab. 3, 4) nicht nur die beiden Bundestafeln bezeichne (welche Ansicht sich schon bei Kimchi z. St. findet), sondern auch hier die wörtliche Bedeutung ״Steintafeln“ habe. Das בקריתא der Peschittho ist aber offenbar aus בקרנתא verschrieben; קריתא selbst ist die gewönliche Uebersezung des hebr. קורה, dessen aramaisirte Form es darstellt (vgl. Pesch, zu Gen. 19, 8, 2 K. 6, 5, Cant. 1, 16), und würde somit für jene Auffassung überhaupt nichts beweisen. Die Worte קרנים מידו לו scheinen zur Schilderung des Glanzes zu gehören, von dem in diesem Verse die Rede ist. ״Ein Glanz ist da, dem Lichte gleich, Stralen ihm (nämlich: dem Glanze) zur Seite und dort ist verborgen *) An 18,2 erkennt man es klar, dass es eine Einschaltung ist, da dieser Vers die Erzälung von dem Freundschaftsverhältnisse zwischen Jonatan und David in augenfälliger Weise unterbricht. **) Dass v. 6 nicht von der Besiegung Goliats die Rede sein soll, ist nach der gleichlautenden Ausdrucksweise 17, 57, 19, 5 völlig undenkbar.