Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 170)
- Language
- German
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164 Tochter des Jakob Merchingen, Frau von Moses Bass. An diesen ist scheinbar zu sehen gewesen, wie sie zertreten worden sind und das Blut an die Wand gesprizt war. Nun observiren Sie, wie die Metzer Juden zu Brummen und Klagen, Schreien und Weinen Ursache haben! Es entstand dann eine grosse Verwirrung. Die eine Frau suchte ihre Mutter, die andere ihre Tochter, der Mann die Frau. Unterdessen wurde das jämmerliche Geschrei von den Christen vernommen, vor denen wir beschämt dastanden. Denn ״dieselbigen Weiber, die dem Tode sind entronnen, haben auch Solches noch nicht gewonnen“. Sie hatten viele Beulen und Wunden. Die meisten mussten mit entblösstem Haupte gehen und mehr als vierzig waren stark blessirt. Viele Schwangere abortirten. Die Tritte von den Fersen und Füssen sind an den Leibern und Gesichtern viel zu viel zu erkennen gewesen und sie hatten nicht die Kraft, sich auf ihren Füssen zu erhalten. Eine Frau, die ebenfalls abortirte, und die man mit ihrem kleinen Sohne, das Gebetbuch in der Hand, auf der Treppe sizend, antraf, erzälte, sie hätte gesehen sechs Gestalten von Weibern mit grossen Schleiern. Die sechs giengen zugleich, an einander gedrängt, in die Weiberschule hinein, obwol doch die Schleier so breit sind, dass eine Frau allein, die einen solchen trägt, gewöhnlich sich seitwärts wenden muss, um durch die Thüre hineinkommen zu können. Diese sechs giengen aber zugleich hinein und noch weit ״luftiger“ hinaus. Sie haben grosse Augen gehabt, und sie hätte sie nicht zu erkennen vermocht. Es sind wahrscheinlich Geister des Verderbens, die in solcher Gestalt hier erschienen waren.“ Der Verfasser berichtet nun, nachdem er seiner Klage noch in weiteren Lamentationen Ausdruck gibt, dass die bei dieser Katastrophe umgekommenen Frauen in einem gemeinsamen Grabe, aber jede in einem besonderen Sarge, beerdigt wurden, und nachher ein Denkstein bei demselben aufgestellt wurde, dessen Inschrift eine Beschreibung dieses Ereignisses enthielt; ferner, dass durch öffentliche Proclamationen, die er im Originale mittheilt, verschiedene Bussübungen in der Gemeinde angeordnet wurden. Ueber die Thatsache selbst macht Salomo Lipschüz, der um dieselbe Zeit in Mez — wiewol in einer anderen Synagoge — Vorbeter war, in seinem 1718 in Offenbach erschienenen תעודות