Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 169)
- Language
- German
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163 sahen sie, wie auf der Stiege, wo man von der Weiberschule herabgeht, zwei Mann hoch die Weiber über einander liegen und noch continuirlich zufallen, eine auf die andere. Weil grosse Angst auf ihnen gelegen, haben sie einander gequetscht und gedrungen, und, als wenn sie an einander genäht wären, konnten sie nicht von einander kommen. Denn sie haben gemeint, die Stiege wäre eingefallen, und es hat sie gedünkt, als ob das ״Gehinnom“ unter ihnen offen wäre. Diejenigen Weiber, welche noch in der Schule waren, haben sich gedrängt, um sich heraus zu retiriren, denn sie dachten immerfort, die Schulmauerii wollten auch einfallen, und eine jedwede wollte ihren Leib davor beschirmen. Durch solches Wesen drängte eine die andere und stürzten viele über einander, dass viele starke Leute erst im Stande sind, um sie aus dem Haufen zu ziehen und Luft zu machen. Sie konnten aber keine vom Platz bringen, wie auch etwelche Männer mit Leitern in die Weiberschule stiegen, um die Weiber, die noch drinnen waren, zurückzuhalten, und welche, schon hinausgedrängt, stehen und liegen, nicht noch zu überlasten. Sie sagten ihnen: Sieht nur her, es ist doch nichts eingefallen in der Schule, auch ist keine Gefahr, wie man noch sehen kann; sie sind aber nicht ״capabel“ gewesen, um sie zurückhalten zu können, weil schon solche Gedanken in ihnen waren, dass sie meinten, die Mauern und das Gewölbe wären auf sie gefallen, obwol doch nichts zu sehen gewesen. Nun hat man Solches nicht mehr länger angesehen, man hat Leitern gebracht, die Männer sind hinaufgestiegen und haben die Weiber an den Haaren herausgezogen und das eiserne dicke Stangengeländer eingebogen, um Luft zu machen. Da hat man eine nach der anderen herabgeworfen, bis man Plaz gehabt hat. Da hat man gefunden, welche mit den Köpfen herab und mit den Füssen hinauf gelegen. Sechs fand man todt, nämlich 1) Bella, die einzige Tochter des R. Ber See (Say? זיא), 2) Bräunle, Tochter v. Chajim König, Frau des Salman Wante (וואנטה), 3) die Wittwe Kele, Köchin im Hause des Vorstehers Gottschalk Lewi, 4) Zippor, Tochter des Sanwel Wante,*) 5) Hanele, Tochter von Ber Lewi, Frau von Wolf b. Meir,**) die schwanger gewesen, 6) Gnendle, *) In der hebr. Relation wird noch hinzugefügt א^מגת זעקלי האז. **) Diese nähere Angabe hat nur der hebr. Text. 11