Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 164)
- Language
- German
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158 lesen, glaubte darin ״Semo״ zu hören, und zweifelte dann nicht daran, dass die Samaritaner noch den Aschimacultus treiben. Dass im Pentateuche אשימה für אלהים geschrieben werde, das allein ist dann hier als eine auf Ungenauigkeit beruhende Erweiterung der empfangenen Kunde anzusehen. 9. Die zweifache Aussprache des hebräischen R-Laute$. Aus dem alten Jezira-Büchlein, dessen mystische Expositionen über die Schöpfung der Welt die Betrachtung der Zalen und Buchstaben zur Grundlage haben, erfahren wir, dass das Hebräische sieben Laute habe, welche anders klingen, wenn sie hart, und anders, wenn sie weich ausgesprochen werden. ״Es gibt sieben Buchstaben von doppelter Lautung״, heisst es daselbst, ״und zwar B., G., D., K., P., R., T. (״(שבע כפולות בג״ד כפד״וו. Bei allen hat sich nun diese im Gebrauche und in der grammatischen Ueberlieferung erhalten, nur nicht bei dem R (ר). Worin hat die Verschiedenheit der Pronunciation bestanden und durch welche grammatische Vorschriften war sie geregelt? Ueber das erstere besizen wir keine Ueberlieferung, über die lezteren jedoch einige Zeugnisse und zwar eines von Juda b. Alan (st. 932), ein zweites von Saadja (st. 942) und ein drittes von einem nicht mit Namen genannten Massoreten des 11. Jahrhunderts. Der Tiberienser Juda b, Alan berichtet, dass nur die Bewohner von Tiberias das weiche und das harte Resch, welches leztere in der Schrift durch ein Dagesch bezeichnet wird, in der Aussprache unterscheiden, und zwar richten sie sich dabei nach bestimmten grammatischen Gesezen. Kimchi theilt diese Angabe wie auch die von Juda b. Alan notirten Regeln über die Sezung des Dagesch im Resch aus dessen ״Machberet״ (vielleicht das bei Pinsker zur Gesch. d. Karaismusl, 106 genannte Werk) mit. Grätz (Mntsch. 1872 S# 281) befremdet es zwar sehr, dass K. nur den Eingang zu den Regeln über die phonetische Variation des Resch und nicht diese selbst aus der Schrift Juda b. Alan’s ausgezogen hat. Er glaubt, die Wissenschaft mit einem Funde zu bereichern, indem er eine aus einem in Kairo sich befindenden Bibelcodex genommene Gopie dieser Regeln, als deren Autor er erst Juda b. Alan vermuten muss, zum Abdrucke bringt.