Mannheim
Compact Memory

Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 163

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 163)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2418846-2418849--0416-2419304
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

157 ihnen wegen der Lautänlichkeit dieser Bezeichnung mit dem Namen אשימה die Verehrung der von den JHamatiten verehrten Gottheit Aschima (2 K. 17, 30) angedichtet wurde. Ohne die Richtigkeit dieser Erklärung zu bestreiten, wollen wir hier nur darthun, dass Ibn-Esra’s Angabe einen tieferen Hintergrund hat und das den Gottesnamen vertretende שמא schon in älterer Zeit Stoff für änliche sagenhafte Vorstellungen gegeben hat. In der Apostelgesch. 8, 8—10 wird erzält, dass, als Philippus in Samarien Christus verkündete und zugleich viele Lahme und Paralytische geheilt wurden, eine grosse Freude in der Stadt herrschte. Da wäre aber ein Mann, der früher seine Zauberkünste da getrieben, Namens Simon, aufgetreten, hätte das Volk verführt und von sich behauptet, er sei etwas Grosses; alle hätten ihm zugehört und dann ausgerufen: ״Dieser ist die Macht Gottes, die genannt wird die grosse“ (ovtöq 6gtiv fj öwctyng tov d'eov ף xalov}.1evYj Die Kirchenväter, Justinus (M. Apologia I, 34), Eusebius (hist. eccl. II, 13) u. a. wissen noch, dass Simon, in Gitta geboren, ein Samaritaner gewesen sei und diese ihn als einen Gott verehren. ״IJnd beinahe alle Samariter, aber auch einige wenige unter anderen Völkern erkennen und beten ihn als den höchsten Gott an.“ Offenbar hat hier, da, wie bereits anderweitig nachgewiesen ist, Simon Magus überhaupt ein fmgirter Typus ist, mit dem die Juden- Christen den Heidenapostel Paulus bezeichneten, nur die Kunde davon, dass die Samaritaner einst eine Gottheit Aschima verehrten und die Gottheit ״Schema“ nennen, dazu gedient, Simon als ״die grosse Kraft Gottes“ erscheinen zu lassen. Hat man doch aus Semo Sancus, der Gottheit der Sabiner, deren Statue an der Tiber aufgestellt war, Simon Sanctus gemacht und danach erzält, dass der samaritanische Zauberkünstler nach Rom gekommen und dort wegen seiner Wunderthaten für einen Gott gehalten worden sei! Aenliches hat IbnEsra in Rom, wo er wahrscheinlich seinen Ester-Commentar verfasst hat (Grätz Gesch. 6 S. 440) gehört und in dem Simon der Juden- Christen und dem Semo der Römer, welche beide auf die sam. Be- Zeichnung der Gottheit durch ״Schema“ zurückzuführen sind, den Aschima erkannt, der erst von den assyrischen Colonisten des Zehnstämmerreiches verehrt wurde. Ihn Esra’s ungenannter Gewährsmann hat wol gehört, dass die Samaritaner das Tetragrammaton ״Schema“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.