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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 142

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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136 Die Notiz in Sed. OL, nach welcher die Einname Gaza's gleichzeitig mit der Expedition zum Entsaze Jerusalem^ stattgefunden habe, wird, nachdem der Weg von Aegypten zunächst durch das südliche Philistäa, also gewiss an Gaza vorüber führte, wol das Richtige andeuten und demnach aus Jerem. 47, 1 nicht zu erweisen sein, dass Gaza mit Kadytis identisch ist. Welche Stadt hat man sich nun denn unter Kadytis zu denken? Jerusalem gewiss nicht, denn es war nie als eine Grenzstadt, als welche K. bei Herodot erscheint, und ausserdem sprechen noch triftige Gründe dagegen, wie Stark a. a. 0. dargethan hat. Gegen Gaza spricht der Umstand, dass die Griechen den heimischen Namen עזה nur in dieser Form wiedergeben und mit demselben zu viele künstliehe Veränderungen vorgenommen werden müssen, um seine phonetische Entwickelung zu Kaömig darzustellen. Wol aber ist es denkbar, dass Herodot den Namen der philistäischen Stadt Gath so wiedergeben konnte. Valckenaer (Schediasma de Herodotea urbe Cadyti in dessen opuscula philologica ed, Leipzig 18081p. 171) meint, dass Kadytis am ersten Orte Jerusalem bezeichne und am zweiten wol Gath sein könne, aber er lässt sich auf eine nähere Begründung der lezteren Ansicht nicht ein. Die Identification von Gath und Kadytis empfielt sich aber so sehr vom sprachlichen Gesichtspunkte, dass sie jede andere Vermutung ausschliesst. Der Name גוז ist nämlich, wie Fürst sv. richtig bemerkt, aus גדת zusammengezogen und von גד , dem Namen der phönicischen Venus, gebildet. Ein naheliegendes Beispiel für diese Art der Elision des ד in der Wortbildung ist אחדת אחת als fern, von אחד. Dass bei der Aussprechung des Stadtnamen Gath ein d vor dem Endlaute gehört oder hinzugedacht wurde, geht aus der paranomasirenden Schilderung (Micha 1, 10) hervor, wo der Prophet ausruft ״) בגת אל תגידוIn Gath kündet es nicht“ vgl. auch 2 Sam. 1,20)* *). Gath war gewiss ursprünglich eine phönicische Golonie und Visionen und Verkündungen von c. 8 bis c. 20 aus dem 6. Jahre Zidkia’sstammen und dieser gemäss 17, 15 schon in der folgenden Zeit Nebukadnezar den Gehorsam gekündigt haben müsse, ist nicht stichhaltig. Eine Vergleichung von 26, 1 und 29, 1 zeigt, dass die Reden EzechieFs nicht durchwegs chronologisch geordnet sind. *) Hitzig z. St. erklärt das Wortspiel nur in gezwungener Weise, wenn er גת als Inf. von נגד gelten lässt.

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