Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 133)
- Language
- German
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127 Sünde, Verbindung mit Frevlern, Gewohnheit, da mitzuspeisen, wo die Mahlzeit für die Hausleute nicht ausreicht, Anblick des Unschicklichen, geheime Theilname an Diebstahl, Bekehrung mit dem Vorsaze, wieder zu sündigen, in der Schmach des Nebenmenschen seine Ehre finden, Absonderung von der Gemeinde, Verachtung der Eltern und Lehrer, Verfluchung einer Gesammtheit, Verhinderung eines guten Werkes, Verführung der Nebenmenschen, der auf dem Wege des Guten wandelt, zum Bösen, von dem Pfände des Armen Gebrauch machen, Anname von Bestechung, um das Recht anderer zu verlegen, ein verlorenes Gut dem Eigentümer nicht zurückstellen, die Entartung seines Sohnes sehen und ihn nicht davon Abhalten, von dem, Armen, Wittwen und Waisen, erpressten Gute sich nähren, Widerstreit gegen die Lehre der Weisen, Verdächtigung rechtschaffener Menschen, Widerwille gegen Anhörung von Ermahnungen, Verhöhnung der Religionsgeseze.“ Dieses Sündenregister wurde von Maimuni (H. Teschuba IV.) in ein System gebracht und mit einem jeden einzelnen Punkt beleuchtenden Commentare begleitet. Das Verdienst, die Quelle, aus der Alfasi und Maimuni die Lehre von den Hindernissen der Busse geschöpft haben, entdeckt zu haben, gehört Josef Karo, der (Khesef Mischneh z. H. Tesch. IV., 1) eine handschriftliche Notiz mittheilt, nach welcher diese ßoraita in einer Sammlung kleiner Tractate als ein besonderer Tractate enthalten war (ומצאתי כתוב יגענו וחפשנו ולא מצאנו בברייתות הנמצאות אצלינו שהוא הנקרא תוספתא משני חבורא (חבורי .1) ד חייא ור, (1. אושעיא וזולתו אבל נמצאת במסכת קטנות לעצמן (לעצמה). Die Angabe Schemtob Ibn Gaon’s (מגדול עו z. St.), dass Maimuni die 24 Busshindernisse aus zerstreuten talmudischen Aussprüchen zusammengestellt hat (וחילוק כ״ד דברים לקסם בתלמוד), ist unrichtig und auch schon dadurch widerlegbar, dass Alfasi, der sich nur strict an die talmudischen Vorlagen hielt, dieselbe schon kennt. Maimuni selbst wurde einst darüber befragt, woher Alfasi von den 24 Bussehindernissen Kenntniss habe (Peer Ha-Dor No. 12 ילמדנו מה שאמר רבינו יצחק אלפסי זצ״ל ב״ד דברים מעכבין את התשובה אם הוא תוספתא או אם נמצא בש״ס או הוא דברי אחרונים), konnte aber hierüber keine sichere Auskunft geben. Er weiss nur, dass diese Boraita sich in den Hauptwerken der rabbinischen Literatur nicht vorfindet und daher einen jüngeren Ursprung haben müsse. Er nahm ihren Inhalt in sein Lehrbuch auf, weil sich Anklänge an denselben in der Mischna und