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Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur · 1876-01-01 · II. (1876) · page 119

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Journal
Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
Volume
II. (1876)
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 119)
Language
German
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113 anderen Ausgaben). Er berichtet von dem Patriarchen R. Juda 1.ד dass er mit der Mischna nur einen festen Wortlaut für die sonst in den verschiedensten Recensionen umlaufenden Halacha’s geschaffen habe (S. 4 ואסכים לתרוצי הל כתא דגרסין להון רבנן כולהון פה אחד ולא גרם כל חד לישנא דנפשיה). Man hat, auf eine unrichtige LA. im Schullam’schen Texte hin angenommen, dass Scherira sich an einer anderen Stelle selbst widerspreche. Daselbst (Juch, lila) heisst es nämlich, dass es bis zum Tode R. Juda’s I. keine geschriebenen Erläuterungen zu den Mischna’s gegeben habe, sondern jeder hätte die allen geläufige Interpretation derselben in seiner Redeweise in Fassung gebracht, wie etwa ״unsere Schüler die gegebenen Erklärungen sich aufzeichnen, der in dieser und jener in einer anderen Form46 (לא הוה להון להנך קמאי עד דאפטר רבי חבור כתוב וגרסין ליה עלפה כגון פירושי כתיבי לה ו דמפרשינן השתא אנחנא לתלמידי דילנא דכלהון גרסין ליה והאי כתוב באנפא חרא והאי כתב באגפי אחרי הכי הוו מפרשין משנתיהון וקרי להו לפירושיהון תלמוד. Die Worte חבור כתוב und כתיבי להו feien aber in den anderen kritisehen Editionen (Chof. Matm. S. 28 ed. Wallerst. S. 10, ed. Goldb. 2, S. 22.). Samuel Schullam oder der Copist, dessen Abschrift er in den Juchasin aufgenommen, glaubte, dass der Vergleich mit den Erklärungen, welche sich die Schüler in der Gaonenzeit niederschrieben, es erfordere, dass auch in dem Vordersaze von geschriebenen Texten die Rede sein müsse, was aber durchaus nicht der Fall ist. Dieser Vergleich soll nur veranschaulichen, wie ein und dasselbe in verschiedener Weise ausgedrückt werden kann. Der Wortlaut der Erklärungen zu den Mischna’s, welche Talmud heissen, will Scherira sagen, war vor der Amoräerperiode nicht fixirt und erst mit ihr begann man ihnen eine bestimmte, von allen in derselben Weise zu recitirende Fassung zu geben. Scherira erklärt die angeführten Worte selbst an einer anderen Stelle des Sendschreibens, indem er sagt: ״So war es von Anfang her, wie wir jezt Erklärungen geben, jeder Lehrer nach seiner Einsicht und für jeden Schüler je nach seinem Bedürfnisse und seiner Fähigkeit; manchem braucht man nur die Grundzüge und Hauptsachen zu sagen, da er das Uebrige durch eigene Erkenntniss erlernt, und manchem muss man durch breitere Auseinandersezung und Darstellung die Sache deutlich machen. In diesem Sinne sagten wir, dass bis zum Tode R. Juda’s jeder Schüler von seinem Lehrer seine eigene Erläuterung empfing. Bevor die 8

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