Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 110)
- Language
- German
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104 sich König David nannte, dies mit einem kräftigen Schlage verwehrt habe, die Erzälung von diesem Traume, der nur in Bezug auf Bostanai (von p. bustan Garten; Bustam hiess auch ein Oheim des Königs Chosroes) eine prägnante Hindeutung in sich trägt, ist im kleinen Ghronikon mit Absichtlichkeit umgebildet. Um die Beziehung des Traumes auf den Namen des Exilarchen zu retten, wird die Anspielung in eine andere Seite desselben verlegt. Der kleine Zweig, der nach dem Umhauen aller Bäume von dem ״roten alten Manne4‘ (גברא סומקא סבא) vor Vernichtung beschüzt wird, ist es, der auf Mar-Sutra hindeutet (ופש ארזא זוטר א תחנת ארעא). Der Name ״Mar-Sutra“ war bei den Juden in Babylonien längst zu einheimisch, als dass er noch als Stoff zur Sagenbildung hätte dienen können. Der Traum hängt also ursprünglich mit dem noch nicht vorgekommenen Namen ״Bostanai“ zusammen. Der Verfasser des kl. Chronikon konnte auch den Traum nicht einem Könige zuschreiben, weil ja nicht ein solcher es war, der zur Zeit Huna’s IV. den Untergang des Exilarchenhauses bewirkt hatte. Im Uebrigen stimmt er mit dem Verfasser des Bostanai-Büchleins ganz überein. Hier wie dort ist es der Grossvater des zukünftigen Exilsfürsten, der den Traum deutet, der den einzigen Sprössling des Hauses erzieht. Bostanai lernt Bibel, Mischna, Talmud u. s. w. (ויגדל הילד בוסתנאי ויגמל וילמוד תורה ומשנה תלמוד והלכה) und ebenso wird Mar-Sutra so unterrichtet, dass ihn sein Grossvater zum Gaon macht (*.(ושקליה לגביה ואקריה ושוויה גברא רבה) Wie die sagenhaften, so stimmen aber auch mehrere geschiehtliehe Daten aus der Zeit und dem Leben Bostanais mit Angaben über Mar-Sutra überein. Gleichzeitig mit dem Vater Mar-Sutra’s, Huna, wirken zwei Gelehrte Mare und Mar Chanina, welcher leztere dessen Schwiegervater war (Citat Anm. 22, No. 8. Für ר׳ חנינא רבה stand woi ursprünglich ר׳ חנינא גברא רבה). Nun hat allerdings ein R. Techinna (in manchen Quellen-Notizen fälschlich Tachlifa genannt) in dieser Zeit gelebt (siehe weiter *) Die Bezeichnung .גברא רבד scheint hier die Uehersezung des später gewöhnlichen גאון zu sein. Im Anfänge der Erzälung erscheinen ריש מתיבתא und .גברא רבד als identisch (.אחתיד דרב דונא ריש גלותא ברתיד דמר רב חגינא ריש מתיבתא דוד ורב חנינא גברא רבד דוד.). Auch in der jüngeren Partie (Baba mezia 83a vgl. weiter unten) kömmt der Ausdruck .ואשווייד גברא רבד vor.