Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2418846-2418849--0345-2419233- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
der den lezteren sich anschliessende Tractat Karetot.143) Von ersterem bezeugen Jehudai (750) und Natronai (859 — 869) ausdrücklich, dass er in den Schulen nicht vorgetragen wurde, damit man die Art, wie Gelübde gelöst werden, nicht kenne und solche überhaupt als unlöslieh gelten.144) Das ähnliche Sprachcolorit in Nasir weist darauf hin, dass auch dieser Tractat aus dem Lehrkreise ausgeschlossen und daher vor Umstaltungen des Textes geschüzt war. ln Karetot und Meila liegen für die Authentieität des Textes sichtbare Beweise vor. Temura ist selbst aus der Hand der Saboräer nicht fertig hervorgegangen. Zwei Recensionen, von denen eine im babylonischen Idiome geschrieben war und eine andere stellenweise ein westaramäisches Colorit hatte, stehen in vielen Partieen unvermittelt neben einander. Wahrscheinlich sollte durch deren Gollation erst ein einheitlicher Text geschaffen werden, doch ist diese Arbeit unausgeführt geblieben und auch von den Späteren nicht wieder aufgenommen worden. Copisten, denen die Anführung zweier Recensionen überflüssig schien, haben sicherlich Vieles von der einen oder der anderen ausgeschieden, das dann theilweise durch Secundärqueilen wieder bekannt geworden ist.145) Von den 63 Tractaten der Mischna sind im babylonischen Talmud nur 37 von einer Gemara, d. i. von einem Connexe amoräischer Erläuterungen und Discussionen, begleitet. Die übrigen, welche zumeist von gesezlichen Vorschriften handeln, die für die ausserpalästinischen Länder keine Geltung haben, wurden zwar auch stets in Kenntniss erhalten, aber nicht zum Gegenstände fortlaufender Lehrvorträge gemacht. Man kam, da sich in ihnen zahl- 143) In Karetot 4 h war Jizchaki eine ״jerusalemische Recension“ bekannt ולשון הפוך הוא לשון גירבא .ירושלמית. Aramäische Formen wie 5) דאיתנהון, בעיניהון a, 8 b) kommen öfter vor. 144) Resp. Natronai’s bei Sckerira Ha־chaluz 8 S. 141 נדרים אין נשנית בשתי ישיבות היום ממאה שנה וכך אמר ר׳ יהוד א י גאון נהורא דעלמא דאנן לא גרסינן נדרים ולא ידעינן לאסור ולהתיר בה לא נדר ולא שבועה, vgl. ausser den von Schorr angeführten Stellen noch Nachmani H. Nedarim Ende, Responsum Chemda genusa No. 6 und 75, Rappaport Nachtrag zur Biographie Hai’s S. 91 Ha-Pardes 26 b 27 a. Luzzatto in מגד ירחים I, S. 7. Meiri berichtet wol danach (Einl. zum Abbot- Commentar 17 b) ודעו נאמנה שלא נשנית מם׳ נדרים בישיבה זה מאה שנה. 145) Mehrere Stellen im Raschi-Commentare zu Temura enthalten Bruchstücke beider Recensionen, die im Texte feien.