Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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Anwesenheit der feierlich versammelten Lehrcollegien gehaltener Vortrag über 4M. 11, 16 bis 12, 16, — nach dem Anfangsworte Midrasch Esfah genannt — von dem noch Bruchstücke vorhanden sind, enthält ein Namensverzeichniss der 71 Aeltesten zur Zeit Mosis, welches von dem Gaon Chanina b. Huna (765) in der Tarbiza mitgetheilt und später nach einem Dictate eines sonst nicht bekannten R. Samuel, Bruders des R. Pinchas, niedergeschrieben wurde.133) Dadurch, dass die Tarbizai oder die Schüler der Gaonen sich den Text nach ihrer Auffassung zu gestalten oder in der ihnen geläufigen Ausdrucksweise zurechtzulegen suchten, hat derselbe eine Unzahl von Varianten erhalten, so dass die ursprüngliche Fassung desselben an vielen Stellen verdrängt wurde. Ihr Beispiel, talrnudischen Stellen kurze Erklärungen hinzuzufügen, hat auch bei Späteren Nachamung gefunden. Stellen aus den grossen Halachot sowol als auch sonstige Bemerkungen wurden am Rande der Handschriften angezeichnet und mit der Zeit in den eigentlichen Text hineingetragen. Die alten Talmudhandschriften enthielten viele derartige Interpretationen, welche 133) Jalkut I, 759 enthält den Anfang des Midrasch Esfah und in der Mitte nach dem Namensverzeichnisse der Aeltesten die Notiz (1. וכתבנו אם(אותם מפי רב שמואל אחי של [רב] פינחס ונירים זכור לטוב ולמד אותם ב תרבי ץ מוצא (מרגא .1) ורבנא חנינאי כהנא ראש ישיבה וגאון vgl. über dieses Epigraph Zunz gottesd. Vorträge S. 279 Anm. g und Rappaport in Kerem chemed 6, S. 241). Die Formel זכור לטוב beweist, dass der Midrasch Esfah zur Zeit R. Samuel’s, der wahrscheinlich ein Schüler des Gaon’s Chaninai war, niedergeschrieben wurde. Der Passus אחיו של פינחס ומרים ist arg corrumpirt. Vielleicht ist er אחיו של רב] מנחם בר יוס[ף£], dann wäre Samuel hier als ein Bruder R. Menachem b. Josefs, der 1169 Sei. 857 Schulhaupt von Pumbadita wurde, bezeichnet. Ein Gesezeslehrer, der Pinchas hiess, ist aus der ganzen Gaonenperiode nur in Palästina bekannt (ר> פינחס ראש הישיבה Pinsker Likute kadmoniot S. 29 u. a. 0. vgl. Seder Olam Ende), dieser gehört aber der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts an. Das älteste, wenn auch nicht ausdrücklich bezeichnete Citat aus dem Midr. Esfah dürfte das gaonäische Responsum in gaon. Gutachten ed. Coronel No. 106 sein. nur in geringerem Maasse anerkannt wurden. Uebrigens kennzeichnen sich die jüngeren Stellen dieser Art dadurch, dass das Wort צייכא, mit dem die Erläuterung beginnt, am Schlüsse derselben noch einmal wiederholt wird.