Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 60)
- Language
- German
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Die alte Ordnung des jüdischen Gemeinwesens trat nach der Beendigung des Thronstreites wieder ein. Die Teilnahme an demselben, die zahlreichen jüdischen Bewohnern Machuza’s und unter ihnen vielleicht auch einem angesehenen Gesezeslehrer (R. Isak) das Leben gekostet 79), hat, trozdem Khosru II. aus demselben als Sieger hervorging, den Juden keine neuen Bedrückungen gebracht. Wahrscheinlich war mit der Hinrichtung der Machuzaner an ihnen genug Rache genommen und durfte man es mit ihnen, deren Stammesgenossen bei einem etwaigen Angriffskriege gegen das oströmische Reich Manches zur Entscheidung des Kampfes beitragen konnten — um die Bundesgenossenschaft der palästinischen Juden bewarben sich einige Jahre nachher der byzantinische Kaiser und der persische König in gleicher Weise — nicht ganz verderben. Bei der so günstig gestalteten Lage kam die Thätigkeit in den Lehrhäusern wieder in Fluss, die Hochschulen von Sora und Pumbadita erhielten wieder wie ehedem ihre Rectoren, das Gesezesstudium wurde wieder aufgenommen. Zunächst erhielt Pumbadita ein Schulhaupt in Chanan v. Iskia (Sekia? 589 — c. 594).80) Nach diesem bekleideten bis zum Sturze des Sassanidenreiches noch zwei Männer diese Würde, nämlich der bereits genannte Mari b. Derne,81) der Anbar angesiedelten Gelehrtenkreises wurde, geht daraus hervor, dass er dort ein Lehrhaus ״das Haus R. Mare’s“ gründete, welches zur Zeit Scherira’s noch daselbst zu sehen war (ובית מדרשו בפירוז שבור מדע בי ר' מארי עד היום הזה). Als er nachher Sehulbnupt von Pumbadita wurde, kehrte er wol wieder in diesen seinen früheren Wohnort zurück. 7 9) Siehe Anhang IV. 80) ר׳ חנן מאשקיא. Der Heimatsort R. Chanan’s ist vielleicht mit dem am östlichen Ufer des Euphrats gelegenen Sekia (ltiner Neuberi in Descriptio Persiae p. 271) identisch. 81) S. Anm. 78. Grätz 5, S. 21 nennt dieses Schulhaupt, durch die falsche LA. in Chofes Matmonim 38 b irregeleitet, Mari b. Mar. In einem Respons. des Gaons Jeliudai (Resp. Gaonim, ed. Lyck No. 45 Fol. 17b) werden Worterklärungen mitgetheilt, welche Mari seinem Vater Derne bei einem Spaziergange vortrug .ואמר דדוה קא מפגי מר רב די מי ומר רב מארי בר י ה ואמר רב מארי ראבוד ה י גי עץ היזמי עשב מאי טעמא היזמוגא יבשה לגמרי ומפקא מהדר הידדנא והגג הא במשא באיליא ומלבלא מעיקרא. Es ist dies die erste literarische Notiz, die uns aus der Gaonenzeit bekannt ist.