Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Journal
- Jahrbücher für jüdische Geschichte und Litteratur
- Volume
- II. (1876)
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 58)
- Language
- German
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52 Staatsbau zu erschüttern drohten, das Land in ein Kriegslager. Ob die Juden auf Seite der Unterdrückten gestanden, wird uns nicht berichtet, es ist aber sicher, dass sie zu ihnen gehörten, denn viele Jahre hindurch mussten wiederum die Vorträge unterbleiben, die Lehr- Versammlungen eingestellt werden, und war an eine Aufrechthaltung der alten Ordnung nicht zu denken.75) Zu den allgemeinen Drangsalen gesellte sich die innere Parteispaltung, die schon seit längerer Zeit dadurch, dass zwei Linien des Exilarchenhauses Ansprüche auf die Führerschaft in der babylonischen Judenheit erhoben, genährt wurde. Dem Vorfahren des unter dem Ghalifate in den dauernden Besiz der Exilarchenwürde gelangten Bostana’schen Hauses, Ahunai stand das Haus Mar Nehilai gegenüber, welches der Hochschule zu Pumbadita den gleichen Rang wie der zu Sora zutheilte, indem die aus seiner Mitte hervorgegangenen Exilarchen vor den Festzeiten sich persönlich dahin begaben, um den Vorträgen (Rigle) beizuwohnen und nicht, wie es sonst üblich war, diesen die Verpflichtung auferlegten, sich zur Betheiligung an denselben nach Sora zu begeben76). 75) Scherira S. 38 vgl. Grätz 5, S. 429. 76) Dass das Exilarclienliaus vor Bostanai schon in zwei Linien verzweigt war, ist aus einer Angabe Scherira’s, der selbst ein Sprössling desselben war, zu entnemen. Er verwahrt sieh (S. 37) dagegen, dass er ein Nachkomme Bostanai’s sei. Er berichtet bei dieser Gelegenheit, seine Vorfahren hätten nicht wie dieser und die von ihm abstammenden Exilarchen die Gesezeslehrer von Pumbadita genötigt, sich zu den akademischen Versammlungen, in denen den Exilarchen gehuldigt wurde, nach Sora zu verfügen, sondern hätten sich vielmehr zu ihnen nach Pumbadita begebenj; ואבד,,תא זיילנא דבית נשיאות מיהו שבקו ד.נך אורחתא הנשיאות ועיילו ברבנן דמתיבתא למיבעה ענוה ונמיכות ולאו מן בני דבוסתגאי אנחנא אלא מקמי הבי עיילו זקנינו ברבנן דמתיבתא. Die mehreren ״Vorfahren“ derer Scherira als Exilarchen vor Bostanai, die durch ihre Bescheidenheit sich hervorthaten, hier gedenkt, können unmöglich auch die directen Vorfaren Bostanai’s gewesen sein, als welche Kafnai, Chaninai (Grätz 5, S. 431) und Ahunai (s. Anm. 54) bekannt sind. Es waren andere, Gegenexilarchen, die den Schwerpunkt ihrer Geltung nach Pumbadita verlegten. Zu einer änlichen Vermutung ist auch Goldberg (ha־Maggid 18, S. 26) gelangt. Es würde dadurch der historische Gehalt einer im kleinen Chronikon enthaltenen Nachricht über die Rückkehr der nach der Hinrichtung Mar Sutra’s geflüchteten Mitglieder des Exilarchenhauses klar werden. ״Dreissig Jahre hindurch“, heisst es daselbst ״konnte seitdem Mar-Ahunai sich nicht zeigen; R. Giza der Oheim des